Ach Gott und Herr, wie groß und schwer

1) Ach Gott und Herr,
wie groß und schwer
sind mein begangne Sünden!
Da ist niemand, der helfen kann,
auf dieser Welt zu finden.

2) Lief ich gleich weit
zu dieser Zeit
bis an der Erde Enden,
wollt ledig sein
des Kreuzes mein,
würd ich es doch nicht wenden.

3) Zu dir flieh ich;
verstoß mich nicht,
wie ich's wohl hab verdienet.
Ach Gott, zürn nicht,
geh nicht ins G'richt,
dein Sohn hat mich versühnet.

4) Gib, Herr, Geduld,
vergiss die Schuld,
schaff ein gehorsam Herze,
dass ich nur nicht,
wie's wohl geschicht,
murrend mein Heil verscherze.

5) Handle mit mir,
wie's dünket dir,
durch dein Gnad will ich's leiden;
nur wollst du mich
nicht ewiglich,
mein Gott, dort von dir scheiden.


Text: Martin Rutilius 1604
Melodie: Leipzig 1625 / Christoph Peter 1655

Quelle: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_ach_gott_und_herr_wie_gross_und_schwer.html