Gottes Führung fordert Stille

1) Gottes Führung fordert Stille.
Wo der Fuß noch selber rauscht,
wird des ewgen Vaters Wille
mit der eignen Wahl vertauscht.

2) Wer da leben will, der sterbe;
wer nicht stirbt, der lebet nicht.
Ehe denn das Fleisch verderbe,
scheinet uns kein Gnadenlicht.

3) Alle menschlichen Geschäfte
gehen überhaupt nicht gut,
wenn man sie durch eigne Kräfte
und nicht aus der Gnade tut.

4) Göttliche und innre Dinge
lassen vollends gar nicht zu,
dass man sie mit Sturm erzwinge,
sondern weisen uns zur Ruh.

5) Lass uns immer also handeln,
in der kurz bemessnen Frist,
dass wir in dem Lichte wandeln,
Herr, wie Du im Lichte bist.

6) Unsern Stand lass mit dem Glanze
Deiner Kraft umgeben sein
und ein jedes Kind zur Pflanze
der Gerechtigkeit gedeihn.


Text: Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1722
Melodie: Christian Friedrich Witt 1715 / Uwe Schutte 1984 / Ernst Tesch 1924

Quelle: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_gottes_fuehrung_fordert_stille.html