Ich heb mein Augen sehnlich auf

1) Ich heb mein Augen sehnlich auf
und seh die Berge hoch hinauf,
wann mir mein Gott vom Himmelsthron
mit seiner Hilf zustatten komm.

2) Mein Hilfe kommt mir von dem Herrn,
er hilft uns ja von Herzen gern;
Himmel und Erd hat er gemacht,
hält über uns die Hut und Wacht.

3) Er führet dich auf rechter Bahn,
wird deinen Fuß nicht gleiten lan;
setz nur auf Gott dein Zuversicht;
der dich behütet, schläfet nicht.

4) Der treue Hüter Israel'
bewahret dir dein Leib und Seel;
er schläft nicht, weder Tag noch Nacht,
wird auch nicht müde von der Wacht.

5) Vor allem Unfall gnädiglich
der fromme Gott behütet dich;
unter dem Schatten seiner Gnad
bist du gesichert früh und spat.

6) Der Sonne Hitz, des Mondes Schein
sollen dir nicht beschwerlich sein.
Gott wendet alle Trübsal schwer
zu deinem Nutz und seiner Ehr.

7) Kein Übel muss begegnen dir,
des Herren Schutz ist gut dafür;
in Gnad bewahrt er deine Seel
vor allem Leid und Ungefäll.

8) Der Herr dein' Ausgang stets bewahr,
sind Weg und Steg auch voll Gefahr,
bring dich nach Haus in seim Geleit
von nun an bis in Ewigkeit.


Text: Cornelius Becker 1602
Melodie: Guillaume Franc 1543 / Johann Baptista Serranus 1567

Quelle: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_ich_heb_mein_augen_sehnlich_auf.html