Jerusalem, du hochgebaute Stadt

1) Jerusalem, du hoch gebaute Stadt,
wollt Gott, ich wär in dir!
Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat
und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Tale,
weit über flaches Feld schwingt es sich
über alle und eilt aus dieser Welt.

2) Was für ein Volk, was für ein edle Schar
kommt dort gezogen schon?
Was in der Welt von Auserwählten war,
seh ich, die beste Kron, die Jesus mir,
der Herre, entgegen hat gesandt,
da ich noch war so ferne in meinem Tränenland.

3) Propheten groß und Patriarchen hoch,
auch Christen insgemein, die weiland
dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein,
schau ich in Ehren schweben, in Freiheit
überall mit Klarheit hell umgeben,
mit sonnenlichtem Strahl.

4) Wenn dann zuletzt ich angelanget bin
im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet
wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis.
Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit,
das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit.


Text: Johann Matthäus Meyfart 1626
Melodie: Melchior Franck 1663

Quelle: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_jerusalem_du_hochgebaute_stadt.html