Nach grüner Farb mein Herz verlangt

1) Nach grüner Farb mein Herz verlangt
In dieser trüben Zeit.
Der grimmig Winter wärt so lang,
Der Weg ist mir verschneit.
Die süssen Vöglein jung und alt
Die höhrt man lang nit meh;
Das tut des argen Winters G’walt,
Der treibt die Vöglein aus dem Wald
Mit Reif und kaltem Schnee.

2) Er macht die bunten Blümlein fahl
Im Wald und auf der Heid’
Dem Laub und Gras allüberall,
Dem hat er widersaid.
All Freud’ und Lust wird jetzto feil
Die uns der Sommer bringt.
Gott geb dem Sommer Glück und Heil,
Der zieht nach Mittentag am Seil,
Daß er den Winter zwingt.


Text: Max Pohl 1911
Melodie: Michael Praetorius 1610

Quelle: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_nach_gruener_farb_mein_herz_verlangt.html