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Predigten zu Esra 4,14

"Weil wir nun das Salz des Palastes essen und es uns nicht geziemt, den Schaden des Königs anzusehen, deswegen senden wir und tun es dem König kund,"

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Wer weiß, ob du um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?

Wie groß ist der Glaube, dem wir hier begegnen! Mardochai scheint in die Geheimnisse des HErrn eingeweiht zu sein; er weiß, dass seinem Volk von irgend welcher Seite her Erlösung zugesichert ist, – ob durch Esther oder durch andere – aber es liegt ihm ungeheuer viel daran, dass sie der Ehre nicht verlustig gehe, ihres Volkes Befreierin zu werden. Daher der Wink, ob sie nicht etwa zu diesem Zweck so hoch gestellt worden sei. Wenn wir zu Vertrauens- und Ehrenstellen gelangen, so können wir nicht von vornherein wissen wozu. Warum wird dieses junge Mädchen plötzlich zur Leiterin des Hauswesens? Und jener Jüngling, warum wird er aus den Reihen der Arbeiterbevölkerung herausgerufen und zur Seelsorge an einer großen städtischen Gemeinde erwählt? Warum ist jener Mann in seinem Geschäft so vorangekommen, dass er nun Prinzipal des Hauses ist, wo er zuerst als Ausläufer diente? Dies gehört alles zum Plane Gottes. Gott hat sie zu diesen Würden gebracht, damit Er durch sie irgend einen großen Heilszweck ausführen könne. Die Wahl steht ihnen jedoch frei, ob sie Ihm dienen wollen oder nicht. Sie mögen ihre Stellung für sich selbst, für ihr Vergnügen, oder für ihre Bereicherung ausnützen, so dass sie sich verschanzen gegen etwaige Unglücksfälle; aber dann jagen sie nach ihrem Verderben. Ihre Stellung, ihren Reichtum können sie ebenso schnell wieder verlieren, als sie ihn gewonnen haben.

Wo dagegen alle Gaben Gott zur Verfügung gestellt werden, wenn auch auf Gefahr des eigenen Lebens, – denn Mardochais Vorschlag schien für Esther nichts Geringeres zu bedeuten – so wird der Ausgang ein seliger sein. Wer sein Leben lieb hat, der wird es verlieren; wer dagegen bereit ist, es daran zu geben, wird es erhalten. Das Weizenkorn, das in die Erde fällt, trägt viele Frucht.