Ich war ein sehr lebhaftes Kind und genoss eine schöne Kindheit. Da meine Mutter gläubig war, durfte ich schon früh Geschichten über Gott und Jesus hören und besuchte auch regelmässig die Sonntagschule. Schon als Kind entschied ich mich für Jesus.
Im Alter von 11 Jahren traf mich dann ein harter Schicksalsschlag: Mein Vater, den ich sehr gern hatte, fiel von einer Leiter in unserem Garten und starb kurz danach an seinen Verletzungen. Da ich noch vor dem Arzt an der Unfallstelle war, sah ich meinen Vater in seinem Blut am Boden liegen. Dieses Bild prägte sich tief in mir ein. Für mich war der Tod meines Vaters sehr schlimm, da ich zu ihm eine engere Beziehung hatte als zu meiner Mutter.
Da ich Gottes Handeln nicht verstand, begann ich gegen ihn zu rebellieren. Ich wollte nichts mehr von Gott wissen und entfernt mich immer mehr von ihm.
Während der Pubertätszeit stritt ich oft mit meiner Mutter. Ich empfand es als ungerecht, wenn ich nicht mit Kollegen in den Ausgang gehen durfte und hatte das Gefühl, etwas im Leben zu verpassen. Ich schloss mich dann einer Gruppe Jugendlicher an. Dass sie ab und zu gegen das Gesetz verstiessen und fremdes Eigentum demolierten, fand ich nicht gut, aber das Gefühl dazu zu gehören war mir in diesem Moment wichtiger.
Als ich mit ca. 20 Jahren meine Ausbildung absolvierte, lebte ich mit zwei Freundinnen in einer Wohngemeinschaft. Eines Tages wurden jedoch eine der beiden in einem schweren Autounfall aus dem Leben gerissen. Dies traf mich sehr. Die Erinnerung an den Tod meines Vaters kamen wieder in mir hoch. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Tod meines Vaters nämlich immer verdrängt. Zudem litt ich auch an Minderwertigkeitsgefühlen und depressiven Gedanken.
In dieser Phase begann ich mich immer mehr für okkulte Praktiken zu interessieren: Ich fing an zu Pendeln und las Texte über Hypnose und Gläserrücken. Je mehr ich mich mit diesen Dingen beschäftigte, desto mehr kam ich jedoch in Angstzustände. Ich erwachte manchmal in der Nacht und hatte Panikattacken. Wenn ich im Auto unterwegs war, kam es vor, dass ich in mir eine Stimme hörte, die zu mir sagte, dass ich in der nächsten Kurve geradeaus in einen Baum fahren soll.
Es ging mir immer schlechter. Irgendwann entschloss ich mich, mit allem Schluss zu machen. Ich besorgte mir viele Schlaftabletten, holte mir ein Glass Wasser und wollte es hinter mich bringen. In diesem Moment überkam mich jedoch der Eindruck, dass mein Handeln von Gott nicht gutgeheissen wird. Die Angst vor den möglichen Folgen brachte mich davon ab, mich selbst umzubringen.
Ich realisierte, dass Gott mein Leben und nicht meinen Tod wollte. Für mich bedeutete das damals das Licht am Ende des Tunnels! Aber auch meine Mutter und deren Freundin waren mir eine große Stütze und Hilfe. Sie beteten für mich, wenn ich selber nicht die Kraft dazu hatte, oder lasen mit mir in der Bibel. In dieser Zeit durfte ich erfahren, wie Gott die Leere in meinem Herzen wieder füllte. Er trug mich durch diese schwere Krise hindurch und gab mir wieder neuen Lebensmut und auch wieder inneren Frieden. Ich durfte merken, dass mich Gott, obwohl ich ihm davongelaufen war, nie aus den Augen gelassen hatte. Auch begriff ich, dass Gott mich genau so liebt, wie ich bin und dass ich, wie jeder Mensch auch, einzigartig geschaffen bin. Die erneuerte Beziehung mit Gott veränderte mein Leben total.
Ich weiss natürlich, dass das Leben mit Gott nicht nur aus Sonnenschein und Glück besteht, sondern es gibt noch heute viele Situationen, die ich nicht verstehen kann und die mich niederdrücken. Aber immer wenn wieder Stürme in meinem Leben toben und Problem mich zu erdrücken drohen, halte ich daran fest, dass Gott mich umgibt und mich beschützt mit seiner liebenden Hand.