Ich darf mich kurz vorstellen – Max ist mein Name. Meine Heimat ist Salzburg.
Hier bin ich groß geworden, zwischen Fabriken und Denkmälern.
Aus Vergnügen wurde ernst. Kaum war Freitag fuhr ich immer nach Linz um mich mit Haschisch zu versorgen. Doch einmal passierte folgendes: Der Dealer kreuzte mit drei oder vier Kumpanen auf, die nicht die Absicht hatten, hier mit uns Geschäfte zu machen. Sie bedrohten uns, verlangten nur das Geld, und machten den Kreis um uns immer kleiner. Als er mich mit dem Revolver bedrohte rückte ich mit dem Geld raus. So weit war es also gekommen. Aber alles begann ganz anders.
Nachdem ich nach dem Tod meines Opas auf die Welt kam liebte mich meine Oma sehr. Sie sagte immer ich hätte ihr die Trauer genommen. Trotzdem fand sie seit dem Tod von Opa keine Freude mehr am Leben, und redete oft zu uns Kindern von Selbstmord. Sie versuchte mir immer ihre Liebe zu beweisen. Das tat sie unter anderem indem sie mir ca. jede zweite Woche 100 Euro zusteckte. Dieses Geld verpulverte ich auf meinen Nachtausflügen in Linz. Mein Freund hatte dort eine eigene Wohnung, und wir konnten ohne Probleme Haschisch kaufen. Das ging so lange gut, bis wir schlechte Erfahrungen mit Dealern machten. Es wurde mir zu gefährlich, und ich beschloss in Zukunft meine Droge selber anzubauen. Der Frust im Alltag verschwand, wenn ich durch den Joint in meine Welt von vorübergehender Zufriedenheit und Euphorie eintrat. „Nicht an Morgen denken, genieße das Jetzt!“, sagten meine Freunde. Der CD-Player spielte Bob Marley: „I feel so high I even touched the sky…“ Aber das war mir zu wenig, ich wollte echtes Leben.
Da beschloss ich über den Sommer auf eine Alm zu gehen. Einmal was anderes kennen lernen und ein wenig Abstand von der Szene. Nach einigen Wochen erreichte mich ein Telefonanruf meiner Mutter, sie erklärte mir, dass die Oma gestorben sei. Sofort dachte ich an ihre Drohungen. „Hat sie sich umgebracht?“ Aber sie ist einfach eingeschlafen, das hat mich am meisten irritiert. So wurde ich zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert, und ich schrie voller Wut und Verzweiflung zum Himmel. Ist da jemand? Wo ist meine Oma hingegangen? Viele Fragen wurden laut.
Zuhause angekommen holte mich wieder das alte Leben ein. Meine Freunde hatten viel gutes Gras dabei, und wir lebten einfach in den Tag hinein. Aber was war mit meinen unbeantworteten Fragen? „Was sollte aus meinem Leben werden?“ „Was hat das alles für einen Sinn?“ Die Droge hat keine Antwort darauf. Eines Abends, wartete ich in der Stadt auf zwei Mädchen. Es kamen aber zwei Männer des Weges. Der eine sagte auch irgendetwas von rauchen oder so, und ich dachte mir: „Das sind sicher Dealer die mir was verkaufen wollen.“ Diesbezüglich hatte ich ja nur schlechte Erfahrungen gemacht, deshalb fragte ich, ob ich das mit dem „was zu rauchen“ richtig verstanden habe. Der andere lächelte mir zu, und sagte, dass er selbst 26 Jahre auf Heroin war, und alles was die Szene zu bieten hat ausprobierte. Ich wunderte mich, dass jemand der so lange auf Drogen war, überhaupt noch am lebte.
Dieser Typ machte einen sehr stabilen und zufriedenen Eindruck. Wie kann das gehen? „Jesus ist der Grund“ sagte dieser Mann. Ich hörte gespannt zu, wie er von seinem Leben erzählte, wie viele Entzüge er machte, und x Mal selbst versuchte sein Leben neu zu ordnen. Ich fand mich in dieser Geschichte wieder. Wie oft bin ich weggelaufen… Nun wollte ich diese Sache auf Echtheit prüfen. Gibt es Gott, und greift er wirklich ein? Einen der beiden Männer, Günter ist sein Name, traf ich öfters. Irgendwie war ich begeistert von diesem Gott, der mich anscheinend liebt. Ich sah auch die Liebe unter den Leuten, die wie sie sagten, „ihm nachfolgten“. Das war alles ganz anders, als ich das bisher kannte.
Bald sagte ich zu Gott, dass ich ihn kennen lernen möchte, und dass er mir doch bitte irgendein Zeichen geben sollte, damit ich sicher sein könnte. Ich verstand nicht, dass mich Gott schon so oft durch verschiedene Leute angesprochen hatte. Aber ich wusste, dass ich mein ganzes verdrehtes Leben ihm bringen musste, und er mir, genau so wie den anderen, ein neues Leben geben konnte. Das wollte ich.
Ich begann in der Bibel zu lesen. Und Gott antwortete. Da erkannte ich, dass es nötig war, dass Jesus für meine Schuld sterben musste. Was ist das für ein Gott, der bereit war an meiner Stelle für den ganzen Mist zu bezahlen? „Wir haben es mit einem persönlichen Gott zu tun, der sich mit uns identifiziert“, dachte ich. Auf all die Fragen, auf die niemand eine Antwort wusste, hatte Gott eine. „Ist eh klar“, dachte ich, warum sollte sich der, der mich gemacht hat, sich nicht am besten auskennen! Wenn Er mir schon einen Neustart ermöglichte, wollte ich auch nach seinem Plan leben. So konnte ich meine Liebe zu Ihm ausdrücken, indem ich nach seinen Geboten lebte. Das machte mir Freude.
Bis zu dieser Zeit hatte ich meine Lehrabschlussprüfung noch nicht bestanden. Eine Chance hatte ich noch. Da man Gott beim Wort nehmen kann, schrieb ich mir einen Ausspruch von Jesus auf eine Karte, drauf stand: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere zuteil werden.“ Ich dachte mir: „Das ist das Wichtigste“. Mit dieser Karte in der Tasche ging ich zur Prüfung. Und es war wirklich so, ich hatte keine Mühe die Fragen zu beantworten, die Prüfungskommission mir stellte. Gott bestätigte meine Einstellung.
Aber danach rauchte ich noch einmal Gras. Aus dem Nichts stieg Freude auf, Euphorie machte sich breit. Doch plötzlich wurde ich traurig. Das war eine Lüge in der ich mich befand. Dieses Glück ist nur eine Täuschung, ausgelöst durch eine Substanz, die Einfluss auf mein Gehirn hat, wurde mir bewusst. Hatte mir Gott nicht echte Freude gegeben, und mein Herz mit echtem Frieden ausgefüllt? Durch diesen Zustand, auch wenn er nur zwei Stunden dauerte, spürte ich die Trennung von Gott. Es tat mir leid. Das war das letzte Mal, das ich das tat. Die Bibel gibt den Grund an, dass ich nicht mehr Drogen nehme. „…indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes…“ Kolosser 1,20. Es gibt keinen höheren Frieden als den Frieden, den Gott gibt. Bei ihm hatte meine Suche ein Ende.