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Predigten zu Apostelgeschichte 1,9

"Und als er dies gesagt hatte, wurde er emporgehoben, indem sie es sahen, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen hinweg."

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Und da Er solches gesagt, wird Er aufgehoben zusehends und eine Wolke nahm ihn auf, vor ihren Augen weg."

Christus, der Gekreuzigte, ist das Gericht der alten, Christus der Auferstandene jedoch der Anbruch der neuen Schöpfung. Aber in diesen beiden Seiten ist unser wahres Christusbild noch nicht erschöpft. Die Evangelien und die Apostelgeschichte, die Paulusbriefe und die Offenbarung geben uns noch ein drittes Bild von diesem Christus. Das ist der Erhöhte. Die Persönlichkeit Jesu endete in ihrer Geschichte nicht am Kreuz, sondern zur Rechten der Majestät Gottes in der Höhe. Hier fand das Leben unseres Herrn und Heilandes seine Vollendung.

Die Welt antwortete auf das Evangelium Gottes im Sohne mit dem Kreuz. Gott aber antwortete auf das Kreuz der Welt mit der Auferstehung seines Sohnes und begrüsste ihn als den Hohenpriester nach der Ordnung Melchisedeks. Hinfort hat Er sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist von da aus das Haupt der Gemeinde. Die neue Schöpfung ist daher Osterevangelium und Osterleben im Geiste des Auferstandenen. Denn was hinfort ausgeht von diesem Auferstandenen, ist Auferstehungsleben für eine Auferstehungsgemeinde.

Als die erste kleine Gemeinde in den Pfingsttagen zu Jerusalem in der Geschichte in Sicht trat, da war sie in ihrem innersten Wesen und Charakter, in ihrer Berufung und Bestimmung etwas nie Dagewesenes. Prof.Dr.Deissmann hat diese Wahrheit so schön durch eine kleine Formel zum Ausdruck gebracht, wenn er sagt: "Paulus war nicht der Zweite nach Jesus, sondern der Erste in Christus!" Denn das Leben, das Wesen, der innere Charakter, die charismatischen Gaben der Gemeinde in ihren Gliedern, alles ist nicht die Fortsetzung von dem Leben des geschichtlichen Jesus, es ist das Leben des Auferstandenen. Das Geheimnis von Pfingsten ist, dass es vor Pfingsten einen Auferstandenen und nach Pfingsten Mitauferstandene gab. Die Tatsache der Auferstehung wussten die Jünger schon seit Wochen. Aber erst seit jenem Pfingsterlebnis wurde sie ihnen Wort und schöpferische Kraft, als der Geist des Auferstandenen ihr Leben wurde. Hinfort erfassten sie, dass das Leben der Christusgläubigen derselben Lebenssphäre angehöre, in der Christus als Auferstandener lebt.

Dieses wurde besonders klar von Paulus erfasst, und er machte diese Gotteswahrheit zum Evangelium für die Gemeinde. Er fasste seine persönliche Christusgemeinschaft in die einfache Formel zusammen: "Nicht aber ich lebe, sondern Christus lebt in mir." Christus in mir und ich in Christo, - in diesen zwei fundamentalen Sätzen lag der ganze Ausdruck des paulinischen Christentums. Daher ist es durchweg auch der Erhöhte und doch in seinem Geiste Gegenwärtige, der im Mittelpunkt seines Evangeliums steht.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Dieser Tag ist ein wundervoller Festtag für die Gemeinde Jesu. Allerdings nur für die Gemeinde. Die Welt steht diesem Tag sehr hilflos gegenüber und weiß nichts Rechtes mit ihm anzufangen.

Im Alten Testament wird erzählt, wie Samuel den Hirtenknaben David heimlich zum König salbte. Nun war er nach Gottes Willen König. Doch nur wenige wussten davon: Samuel, der Vater Isai und vor allem David selbst. Aber die übrige Welt wusste nichts davon. Ja, sie wollte es nicht wissen. Und soweit sie es ahnte, wie etwa Saul, hasste sie den David darum und verfolgte ihn. So war er lange Zeit ein heimlicher König.

So ist es mit Jesus. Der Himmelfahrtstag ist der Tag, da Ihm Gott „einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist." Aber noch ist Sein Königtum ein Geheimnis. Er ist ein heimlicher König. Die Welt erkennt Ihn nicht an. Und die Sein Königtum ahnen, hassen Ihn. Die mit Blut erkaufte Gemeinde aber feiert diesen Tag mit herzinniger, stiller Freude. Sie preist:

„Wir wissen dich auf deinem Thron Und nennen uns die Deinen."

So wollen auch wir diesen Tag begehen. Wir wollen den heimlichen König suchen, loben und anbeten. Wir wollen Ihm neu huldigen und Ihm als Huldigungswerk unsere Herzen und unseren Willen zu Füßen legen. Und freuen wollen wir uns auf jenen Tag, da Sein Königtum aller Welt offenbar machen wird – bei Seiner Wiederkunft. Amen.