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Predigten zu Johannes 8,32

"und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

Wir müssen uns davor hüten, was wir in Gottes Wort lesen, zu sehr zu vergeistigen. Zum Beispiel der neue Himmel und die neue Erde, von denen Johannes spricht, sind ebenso real wie der auferstandene Herr. Die Dinge Gottes zu vergeistigen und dadurch abzutun, ist der Notausweg derer, die die Wirklichkeit nicht kennen. Ich fürchte, viele gutmeinende Leute sammeln nur dazu geistliche und prophetische Wahrheit an, um sich damit eine unwirkliche Welt aufzubauen. Viele von uns verwechseln Wahrheit mit Lehre. Aber Lehre ist etwas anderes, nämlich das, was auf der Erde über die ewige Wahrheit ausgesagt wird. Jesus, der gesagt hat: "Ihr werdet die Wahrheit erkennen" , verkörpert in seiner Person alles, was wahr, das heißt wahrhaft existent ist.

Das Kennzeichen geistlicher Reife bei uns besteht immer darin, dass uns die Dinge Gottes unsere Wirklichkeiten werden, weil uns Christus eine Wirklichkeit ist.


Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"Und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

Jede neue: Wahrheit ruft zuerst einen scharfen Widerstand wach: ohne Kampf mit dem Gegensatz kommt's zu keinem Erkennen der Wahrheit. So geht's im Herzen des einzelnen und so in der Geschichte der Völker. Darum hat es bei mir so lange gedauert, dass ich die Wahrheit des Werkes Jesu an meiner Seele bekämpfte. Mein Stolz und mein Leichtsinn bäumten sich dagegen auf. Dadurch war die Wahrheit gezwungen, sich immer stärker zu entfalten. Plötzlich merkte ich, dass ich keinen vernünftigen Grund, sondern bloss Trotz und Widerstand dagegen aufbot. Wie schämte ich mich meines blinden kindischen Trotzes! Jetzt gab ich nach, und im selben Augenblick erkannte ich erst die ganze Grösse und Schönheit der Wahrheit: aus Gnaden selig! Man erkennt sie nur durch völliges Nachgeben. Jetzt erst, wo ich ihr gehorchen wollte, konnte sie meinen gebundenen Willen befreien und mich in den neuen Fesseln ihrer Freiheit gehen lehren. Mit jedem Schritt wurde die befreiende Macht stärker und mein Tritt gewisser. Wohl hat diese Freiheit auch ihre Formen und ihre Art, auf die man selbstverständlich Rücksicht nimmt, aber diese Gebundenheit der Freiheit ist die Macht der neuen Überzeugung, und diese wirkt befreiend bei allem Drang.

Lieber Heiland, ich bitte dich, lehre mich jede neue Wahrheit aus deinem Wort im Zusammenhang mit den früher erfahrenen Gnaden erkennen, damit jeder Widerstand bei mir aufhört und du mich ganz frei machen kannst! Amen.


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

Die Leute zitieren diesen Vers oft, ohne daran zu denken, dass er Teil einer Verheißung ist, die unter ganz bestimmten Bedingungen ausgesprochen wurde. Denn im vorigen Vers heißt es: "Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger." Und erst danach folgt das Versprechen: "Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." Mit anderen Worten: Die befreiende Macht der Wahrheit hängt von unserem Bleiben an seinem Wort ab.

Es ist nicht genug, die Wahrheit nur zu kennen in dem Sinne, dass man sie verstandesmässig erfasst hat. Wir müssen ihr auch gehorchen und sie in die Tat umsetzen. Wenn wir nach den Vorschriften der Bibel leben, dann werden wir von zahllosen schlechten Gewohnheiten frei.

Sobald wir dem Ruf des Evangeliums folgen, werden wir von Schuld und Verdammnis erlöst und in die Freiheit der Kinder Gottes eingeführt.

Dann fallen die Ketten der Sünde ab, die nicht länger unser Meister sein darf. Sie hat nicht mehr die Oberhand in unserem Leben.

Wir sind auch frei vom Gesetz. Das heißt nicht, dass wir "gesetz-los" würden, sondern wir sind nun unter dem "Gesetz des Christus" . Wir sind von jetzt an um ein geheiligtes Leben bemüht, und zwar aus Liebe zu unserem Heiland und nicht aus Angst vor Strafe.

Wir können uns freuen, weil wir keine Angst mehr zu haben brauchen, denn die völlige Liebe treibt die Angst aus. Gott ist jetzt unser liebevoller himmlischer Vater und kein gestrenger Richter.

Wir sind auch frei von den Bindungen Satans. Er kann uns nicht mehr nach seinem Belieben herumkommandieren.

Wir sind befreit von sexueller Unzucht und sind dem Verderben entronnen, das durch die Begierde in die Welt gekommen ist.

Wir sind frei von falscher Lehre. Gottes Wort ist die Wahrheit, und der Heilige Geist führt Sein Volk in alle Wahrheit und lehrt es, zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden. Diejenigen, die in Seinem Wort bleiben, werden vom Aberglauben und von der Herrschaft böser Geister erlöst. Was für eine Befreiung ist das doch, wenn man aus der Macht dämonischer Kräfte erlöst worden ist!

Wir sind auch befreit von der Angst vor dem Tod. Er ist nicht mehr der unbarmherzige Schnitter, sondern er geleitet die Seele in die Gegenwart des Herrn. Sterben ist jetzt Gewinn.

Schließlich sind wir auch befreit von schlechten Gewohnheiten, die uns festhalten wollen, von der Liebe zum Geld und von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Daher spricht unser Herz:

Zu deinen Füßen, Herr, Dort ist mein Platz. Dort hört' ich jene Worte, Der Wahrheit, die mich freigemacht. Frei von mir selbst o Herr, Zur Freude hingebracht. Die Fesseln der Gebundenheit Gesprengt in Ewigkeit.


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Es gibt Tiefen, negative Kräfte in unserer alten, gefallenen Natur, die das Leben des Geistes Christi in uns einengen. Sie wirken in uns, und je mehr das neue Leben zunimmt, zeigen sie sich als ein Schleier über unseren geistlichen Augen und als Feindseligkeit gegen alles Göttliche. Sie ziehen uns hin zu dem, was hinter uns liegt, und sind darum ein günstiger Boden, auf dem der Feind, der Lügner und Menschenmörder, wirken, quälen und zuschlagen kann. Viele Christen machen diese Erfahrung, ohne sie sich erklären zu können und frei zu werden. Die Juden rühmten sich ihrer Religion; sie waren stolz darauf, Abrahams Kinder zu sein, und behaupteten, nie jemandes Knechte gewesen zu sein! Aber die Gegenwart Jesu, der die Wahrheit ist, entlarvte die Nichtigkeit ihres rein äußerlichen Glaubensbekenntnisses und erregte ihre Feindseligkeit gegen Ihn selbst. Weil sie die Wahrheit ablehnten, nahm ihre Verblendung zu, und ihr Zustand verschlimmerte sich.

Wir können wahrhaft frei werden von allen Bindungen, Prägungen und Haltungen, die wir durch die nichtigen Überlieferungen oder Grundsätze der Welt geerbt haben. Hier handelt es sich nicht um Sündenvergebung und Rechtfertigung durch den Glauben, die wir schon erhalten haben. Es geht darum, daß der Heilige Geist im Herzen der Kinder Gottes, in ihren Gewohnheiten und Handlungsweisen bestimmte Gebundenheiten ans Licht bringt, die bis dahin in latentem Zustand geblieben waren und nun plötzlich enthüllt werden. Wenn wir dann die befreiende Wahrheit nicht annehmen, so werden unsere Ketten fester, die Schäden größer, und der Feind gewinnt an Boden. Am Kreuz hat Gott aber alle Bande zerrissen; dort hat Er die Werke des Teufels bloßgestellt. Er hat uns nicht nur vergeben, sondern uns auch frei gemacht. Die Auferstehung erklärt uns für befreit und losgebunden!

Darum wollen wir den Widerstand aufgeben, unseren Zustand so anschauen, wie er in Wirklichkeit ist, es bekennen und die Befreiung durch Gottes Wahrheit annehmen. «Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!» Wir sind frei! Dann sind wir imstande, anderen Gebundenen Freiheit zu verkündigen, was wir nicht können, solange wir selber nicht frei sind.