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Predigten zu 1. Könige 17,4

"Und es soll geschehen, aus dem Bache wirst du trinken, und ich habe den Raben geboten, dich daselbst zu versorgen."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Elia, «ein Mensch von gleicher Art wie wir» (Jakobus 5,17), litt unter der Hungersnot im Land und unter dem geistlichen Kampf zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle. Dennoch war er durch seine Gebete Herr der Lage. Er versuchte nicht, die Schwierigkeiten, unter denen alle litten, zu umgehen; er war ein Mann seiner Zeit. Aber der Herr behütete ihn, weil er Seinen Willen tat und seiner schwierigen Berufung treu blieb.

Da kam der Befehl von oben, er solle an den Bach Krit gehen und sich dort verbergen, denn «Ich habe den Raben geboten, daß sie dich dort versorgen.»

Ein Bach in Hungerzeiten, ein Rabe als Bote und Werkzeug Gottes zur Ernährung Seines Kindes! Wäre Elia mit seiner eigenen Weisheit zu Rate gegangen, so hätte er gezögert, dem Befehl zu gehorchen. Er hätte andere Mittel gewählt. Aber Gott wählt das, was nichts ist, um Seine Pläne durchzuführen, und um Seinen heiligen Namen zu verherrlichen. Er kann in der Wüste Quellen entspringen lassen; Er kann alles benutzen, um Seine Getreuen zu segnen und ihnen zu helfen.

Der Rabe, ein gefräßiger Vogel, dessen Nahrung gerade aus Brot und Fleisch besteht und der in 3. Mose 11 unter den unreinen Tieren genannt wird, stand dem Schöpfer zur Verfügung. Gott ist eben Herr Seiner Handlungsweise. Er ist über Schablonen, Gewohnheiten und Formen erhaben. In Zeiten der Hungersnot und des Abfalls vom Glauben wählt Er zur Durchführung Seiner Pläne was und wen Er will, und diese Wahl ist oft eine Kampfansage an die menschliche Vernunft und an die leblose, traditionelle Religion.

Unsere heutige Betrachtung betrifft dich ganz persönlich, der du an dem Platz, wo du gerade bist, einem «Ahab» zu widerstehen oder, geistlich gesprochen, unter einer «Hungersnot» zu leiden hast, wie es Offenbarung 6 und 13 vorhersagen. Es gibt einen «Bach», aus dem man am Weg trinken kann (Psalm 110,7). In Zeiten der Dürre erfreut «ein Strom mit seinen Bächen» die Stadt Gottes (Psalm 46,5). Und wenn die gewohnten Quellen versiegen, sollten wir auf Sein Wort hören: «Ich habe den Raben geboten, daß sie dich dort versorgen.» Gott steht hinter den Lebensumständen, über den Schwierigkeiten. Laßt uns wie Elia in Seiner Gegenwart bleiben!


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ich habe daselbst den Raben einer Witwe geboten

1. Wir sollen da sein, wo Gott uns haben will

Elias konnte sich dessen rühmen, dass er beständig vor dem HErrn, dem Gott Israels stehe. Er stand ebenso gewiss vor seinem Gott, wenn er sich verbarg am Bache Krith, oder Zuflucht nahm im Hause der Witwe zu Zarpath, als wenn er auf dem Karmel majestätisch seine Befehle erteilte, oder auf Horeb der Stimme Jehovahs lauschte. Wo du auch hin berufen sein magst, so freue dich dessen, dass du dich nicht von Gott zu entfernen brauchst.

Sind wir da, wo Gott uns haben will, so wird Er sich unserer Bedürfnisse annehmen. Es ist Ihm ebenso leicht, uns durch Raben, als durch Witwen zu ernähren. So lange Gott uns hier oder dort bleiben heißt, können wir dessen gewiss sein, dass Er uns versorgen wird. Ob du auch einem einsamen Wachtposten gleichest, auf dem fernen Felde der Heidenmission, Gott sieht nach dir. Die Raben sind heute seinen Befehlen nicht weniger dienstbar, als ehemals; und Er kann aus den Vorräten der Witwen deinen Mangel so gut füllen, wie den des Elias in Zarpath. Unterweist uns der HErr nicht am liebsten in der Einsamkeit und Abgeschlossenheit? An den murmelnden Bächen der freien Gottesnatur lernen wir die tiefsten Geheimnisse. In den Hütten der Armut werden wir für unsere höchsten Aufgaben tüchtig gemacht. An den Bettchen, wo Kindlein leiden und sterben, werden unsere Herzen vorbereitet, dem Rufe sofort Folge zu leisten, der uns an irgend einen schwierigen Posten stellt.

2. Gott führt durch Tod zum Leben

Der Knabe musste sterben, damit der Mutter Sünde gedacht und sie hinweggetan würde; aber durch die Pforte des Todes ging jenes Trio ein in ein viel reicheres, herrlicheres Leben. Fürchte nicht diesen dunkeln Durchgang!