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Predigten zu 1. Könige 18,42

"Und Ahab ging hinauf, um zu essen und zu trinken. Elia aber stieg auf den Gipfel des Karmel; und er beugte sich zur Erde und tat sein Angesicht zwischen seine Knie."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Und Elia ging auf des Karmels Spitze, bückte sich zur Erde, tat sein Haupt zwischen die Knie und sprach zu seinem Knaben: Gehe hinauf und schaue zum Meere zu! Er ging hinauf und schaute und sprach: Es ist nichts da."

Das Gebet des Elia um Regen wird Jak. 5, 18 als Vorbild erhörlichen Gebetes dargestellt. Wir achten zuerst auf die körperliche Haltung des Elia beim Gebet: Er bückt sich nieder, so tief wie nur möglich. - Wir wollen nicht in falscher Weise Gewicht legen auf die äußere Haltung beim Gebet. Ob Hiskia im Bett liegt (2. Kön. 20, 2) oder Josua sich zu Boden wirft (Jos. 7, 6) ob Stephanus kniend (Apg. 7, 59) oder der Zöllner stehend betet (Lk. 18, 13), ist an und für sich gleichgültig. Nachahmung der körperlichen Haltung eines gesegneten Beters macht unser Bitten nicht erhörlich. Die Heilige Schrift hebt aber zuweilen die äußerliche Haltung eines Beters hervor, weil dieselbe erkennen lässt, wie es dem Betreffenden innerlich zumute ist. Dass Elia sich so tief zur Erde niederbückt, zeigt an, dass er durch den Sieg über den Götzen Baal und dessen Diener nicht stolz geworden ist. Er ist vielmehr durchdrungen von dem Empfinden, er könne sich nicht tief genug beugen. Diese seine demütige Gesinnung macht sein Gebet lieblich vor Gott. - Das gilt auch für uns: Demütige Beter sind Gott lieb! Daniels Gebet (Kap. 9, 18 und 23) kam aus gebeugtem Herzen. Darum war es Gott "lieb und wert". Abraham ist nur "Erde und Asche" vor Gott (1. Mose 18, 27). Jakob bekennt: "Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit" (1. Mose 32, 11). David spricht: "Wer bin ich, dass du mich bis hierher gebracht hast?" (2. Sam. 7, 18). Lasst uns diesen Betern ähnlich werden. Lasst uns des Zephanja Rat befolgen: "Suchet Demut" (Kap. 2, 3). Dann beugen wir innerlich unser Haupt zur Erde wie Elia, und auch wir lernen erhörlich beten.


Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Ein Gebet um Regen "Und da Ahab hinaufzog, zu essen und zu trinken, ging Elia auf des Karmels Spitze und bückte sich zur Erde und tat sein Haupt zwischen seine Knie und sprach zu seinem Diener: Gehe hinauf und schaue zum Meer zu! Er ging hinauf und schaute und sprach: Es ist nichts da. Er sprach: Gehe wieder hin - siebenmal" (1. Kön. 18,42 u. 43).

Das Gebet Elias um Regen wird uns im Neuen Testament als Vorbild erhörlichen Gebets hingestellt (Jak. 5, 18).

1. Demütige Beter sind Gott lieb

Lasst uns zunächst darauf achten, in welcher äußeren Stellung Elia gebetet hat! Auf die Haltung beim Beten wollen wir kein falsches Gewicht legen. Ob Hiskia im Bett liegend (2. Kön. 20, 2) oder Josua sich zu Boden werfend (Jos. 7, 6), ob Stephanus oder Paulus kniend (Apg. 7, 59 u. 20, 36) und der Zöllner stehend (Lk. 18, 13) beten, ist an und für sich gleichgültig. Wir würden mit dem Nachahmen der äußeren Form dieser Beter keinen Schritt weiterkommen im echten Gebetsleben. Und doch sollen wir aus der leiblichen Stellung des Elia eine wichtige Lehre für unser Kämmerlein entnehmen. Die Heilige Schrift beschreibt uns zuweilen die äußerliche Stellung eines Menschen, wenn diese erkennen lässt, wie es dem Betreffenden innerlich zumute ist. Jesus malt uns den betenden Zöllner auch äußerlich vor die Augen, wie er fern vom Altar steht und die Augen nicht aufheben will, nicht, damit wir eine äußere Gebärde nachahmen, sondern einen Eindruck von seiner demütigen Herzensstellung empfangen. So ist es auch bei Elia. Die demütige Gesinnung macht sein Gebet lieblich vor Gott. Das gilt auch für uns. Demütige Beter sind Gott lieb. Daniels Gebet kam aus gebeugtem Herzen. Dieser Beter war "lieb und wert" (Dan. 9, 18 u. 23). Abraham fühlte sich als "Erde und Asche" (1. Mose 18, 27). Jakob bekannte: "Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit" (1. Mose 32, 11). David sagte: "Wer bin ich, dass du mich bis hierher gebracht hast" (2. Sam. 7, 18)? Wenn wir diesen Betern ähnlich werden, wenn wir Zephanjas Worte befolgen: "Suchet Demut!" (Zeph. 2, 3), dann beugen wir innerlich unser Haupt zur Erde wie Elia, auch wenn unsere äußere Haltung ganz anders ist (vgl. Jes. 57, 15).

2. Erwarten wir wirklich Erhörung?

Neben der äußeren Stellung des Elia enthält auch die Sendung des Dieners einen Hinweis für unser Gebetsleben. Der Prophet befahl seinem Diener, auf einen höher gelegenen Ort des Berges zu gehen, um das Aufsteigen der Regenwolken von der westlichen Meeresseite her zu erfahren. Was bedeutet das? Es beweist uns, dass Elia die Erhörung wirklich erwartete. Die Sendung des Dieners ist ein Ausdruck des Glaubens an die Gebetserhörung. Er zweifelte nicht, dass der von Gott verheißene Regen (V. 1) auch kommen werde. Solche Glaubensgebete dringen durch zum Ziel. Der Glaube spricht mit Asaph: "Zu Gott schreie ich, und er erhört mich" (Ps. 77, 2) und mit Johannes: "So wir etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. Und so wir wissen, dass er uns hört, was wir bitten, so wissen wir, dass wir die Bitten haben, die wir von ihm gebeten haben" (1. Joh. 5, 14 u. 15). Wir gleichen oft den Christen, die um die Errettung des Petrus flehten, aber zur Magd, die seine Errettung meldete, sprachen: "Du bist unsinnig!" (Apg. 12, 5 u. 15), oder dem Zacharias, der um einen Sohn bat, aber bei der Ankündigung eines solchen zweifelnd fragte: "Wobei soll ich das erkennen" (Lk. 1, 13 u. 18)? Lasst uns stattdessen Elia ähnlich werden, der seinen Diener auf den Berg schickte, weil er die Erhörung erwartete (Jak. 1, 6-8)!

3. Anhaltendes Gebet hat Verheißung

Auch die siebenmalige Wiederholung der Sendung des Dieners hat uns etwas zu sagen. Sie zeigt uns, dass das Gebet Elias geduldig und anhaltend war. Sechsmal kam der Diener mit der Meldung zurück: "Es ist nichts da!" Während bei Elias Gebet um Feuer die Erhörung sofort eintrat, galt es bei dem Flehen um Regen zu warten. Es geht verschieden zu bei den Erhörungen. In der Öffentlichkeit ließ Gott die Erhörung alsbald eintreten, damit sein Name vor dem Volk geehrt wurde. Im Verborgenen ließ er seinen Knecht durch Geduldsproben und Warteschulen hindurchgehen. So verfährt Gott manchmal mit den Seinen. Wie dort das Gebet um äußeren Regen nicht schnell gehört wurde, so erfordert auch das Gebet um geistlichen Gnadenregen über eine Gemeinde oder Gegend oft viel Geduld. Elia ließ sich nicht entmutigen. Er fuhr fort mit Flehen, bis die Erhörung kam. Auch wir wollen uns nicht irremachen lassen, wenn sich die göttliche Antwort verzögert (Kol. 4, 2). Anhaltendes Gebet hat Verheißung (Lk. 18, 7 u. 8). Jakob sprach: "Ich lasse dich nicht" und wurde zum Gottesstreiter (1 .Mose 32, 27). Josua fiel auf sein Angesicht "bis auf den Abend", dann wandelte sich die Niederlage in Sieg (Jos. 7, 6). Hanna "betete lange vor dem Herrn" in Silo, dann erhielt sie den erhofften Sohn (1. Sam. 1, 12). So zeigt uns der Beter Elia, wie das demütige, gläubige und anhaltende Gebet zum Ziel gelangt.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ahab zog hinauf zu essen und zu trinken, und Elia ging auf des Karmels Spitze

iese Unterschiede kommen heute noch vor; die Kinder dieser Welt und die Kinder des Lichts werden offenbar. Ob auch die Leichen der vierhundert getöteten Baalspriester in der Schlucht des Kison lagen; ob auch Elias mit einem wuchtigen Streich den Giftbaum, dessen tödlicher Einfluss ganz Palästina verdarb, umgehauen hatte; ob das Rauschen des lang ersehnten Regens bereits die Luft durchdrang, – Ahab musste essen und trinken. Nach diesem trachten die Kinder dieser Welt. – Wache und bete, dass du nicht in Anfechtung fallest. Halte die sinnliche Begierde fein im Zügel, – sie sei dir untertänig, und nicht dein Herr. Die Sache des Reiches Gottes werde dir so wichtig, dass dir die Befriedigung leiblichen Genusses nicht der Vergleichung wert sei, mit den hohen Freuden, die in der Gemeinschaft mit dem Unsichtbaren liegen. Obgleich ohne Zweifel erschöpft von den Aufregungen und Anstrengungen des Tages, musste Elias doch die Abendstunde mit Gott zubringen. Wohl wusste er, dass der Regen nahe sei, und doch war es ihm klar, dass sein Gebet die notwendige Bedingung des kommenden Segens sei. Irgend ein Plätzchen auf Kamel hätte sein Gebetskämmerlein sein können; dennoch suchte er die abgelegene Einsamkeit des Gipfels auf, wo das Meer vor ihm ausgebreitet lag, damit seine Seele hier ungestört Wache halten, und er über die weite Fläche des Ozeans hinweg, die ersten Anzeichen der verheißenen Erhörung sehen konnte, – und sein Glaube ward mit Sieg gekrönt. Stelle auch du dich auf den Höhepunkt erwartungsvoller Hoffnung, du flehende Seele; siehe da, die gnädige Antwort auf deine Bitten, wie sie aus Teichen, aus Seen und Meeren sich längst bereitete, bevor dein Gebet begann. „Ehe sie rufen, will ich antworten.“