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Predigten zu 1. Könige 20,40

"Und es geschah, während dein Knecht hier und dort zu tun hatte, da war er fort. Und der König von Israel sprach zu ihm: Also ist dein Urteil, du selbst hast entschieden."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Wenn Diener oder Dienerinnen Gottes «hier und dort zu tun haben» und von den verschiedensten Dingen in Anspruch genommen werden, entdecken sie am Abend oft, daß ihr Herr selbst sozusagen verschwunden ist!

Wir sind zur treuen Erfüllung unserer täglichen Pflichten berufen, auch wenn wir viel zu tun haben. Aber wir wollen doch achtgeben, daß wir nie die Verbindung mit unserem göttlichen Meister verlieren. Müssen wir nicht oft am Ende des Tages feststellen, daß uns das Angesicht des Herrn verhüllt ist?

Manchmal müssen wir sogar bekennen, daß Er verschwunden ist. Weil wir nicht wachsam waren, haben wir über den zahllosen Tagesgeschäften das Bewußtsein Seiner Gegenwart verloren. Unser Dienen und Arbeiten hat den Platz des Meisters eingenommen. Laßt uns also wachen und beten und auf der Hut sein! Auch die berechtigste, nötigste Arbeit darf uns nicht so in Anspruch nehmen, daß Er darüber verschwindet. Der Herr ist da; die Gemeinschaft mit Ihm und Seine Gegenwart müssen jederzeit die Quelle, die Bewahrung und der Ansporn unseres Tuns und Lassens sein. Wenn der Tag zu Ende geht, sollte Seine Gegenwart für unseren Geist ebenso spürbar sein wie in dem Augenblick, als wir Ihm am Morgen im Gebet und in der Betrachtung Seines Wortes begegneten.

Aber unser Text kann auch noch anders angewandt werden. Wie steht es mit dem nicht geretteten Menschen, der dringend Gottes Gnade braucht? Er ist da, ganz in unserer Nähe. Unser Herr hat ihn Seinem Zeugen anvertraut. Aber es kommt vor, daß Gottes Kind «hier und dort» so beschäftigt ist, daß der Mensch, der zu Christus geführt werden sollte, verschwindet. Darum wollen wir uns warnen lassen. Wie oft haben wir eine Gelegenheit versäumt, mit jemand von Christus zu sprechen! Laßt uns es bekennen: wir waren «hier und dort» mit Nebensächlichem beschäftigt, und als wir zur Wirklichkeit erwachten, war der Mensch, für den wir verantwortlich waren, verschwunden!

Mögen diese Worte uns helfen, über unserer Gemeinschaft mit dem Herrn zu wachen und den uns anvertrauten Seelen gegenüber treu zu sein!