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Predigten zu 2. Könige 2,23

"Und er ging von dannen hinauf nach Bethel; und als er auf dem Wege hinaufging, da kamen kleine Knaben aus der Stadt heraus, und verspotteten ihn und sprachen zu ihm: Komm herauf, Kahlkopf! Komm herauf, Kahlkopf!"

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf!"

Wir achten heute auf die Spottworte der Knaben, die von so furchtbarem Strafgericht getroffen werden. Wen verspotten die Jungen? Einen Knecht Gottes, den sie als solchen sehr wahrscheinlich kannten. Elisa war der ständige Begleiter des Elias gewesen, und der hatte kurz zuvor (Vers 2) noch in Bethel verweilt. Dessen Erscheinen aber wurde als das eines Gottesboten stets sehr stark beachtet (vgl. 1. Sam. 16, 4). Und wenn schon von Israel im allgemeinen das Wort Gottes sagt: "Wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an" (Sach. 2, 12), wieviel mehr gilt das dann von einem Propheten und auserwählten Boten Gottes. Zu beachten ist auch, dass Bethel ein Ort war, an welchem Gottes Wort reichlich verkündigt wurde. Samuel hatte dort längere Zeit gewohnt (1. Sam. 7, 16). In Bethel bestand eine Prophetenschule (Vers 3). Die jungen Glieder derselben werden eifrig gewesen sein im Dienste am Wort. Wo aber Gottes Wort missachtet wird, da stellen sich schwere Strafen ein. Der Herr Jesus sagt von Kapernaum: "Es wird der Sodomer Land erträglicher gehen am Jüngsten Gericht als dir" (Mt. 11, 24). Zuletzt macht die Gemeinheit des Spottes die Knaben aufs höchste strafbar. Elisa war bereits ein älterer Mann. Das Gesetz Moses gebietet: "Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und die Alten ehren" (3. Mose 19, 32). Aber danach fragen diese Burschen nicht. Auch in unseren Tagen hört man oft Kinder über Lehrer oder Greise oder Krüppel spotten. Wo Eltern das dulden, sind sie mitschuldig, dass gewisse Grundlagen der Frömmigkeit in den Kinderherzen erschüttert werden. Wo Ehrfurcht vor den Alten fehlt, da fehlt sie auch vor Gott. Ihr Eltern, achtet streng darauf, dass eure Kinder niemals einen alten oder körperbehinderten Menschen wegen unverschuldeter Gebrechen verhöhnen. Es könnte eure Kinder sonst ein Fluch treffen, der auch euch schweres Herzeleid bringt.