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Predigten zu 2. Korinther 2,15

"Denn wir sind Gott ein Wohlgeruch Christi in denen, die errettet werden, und in denen, die verloren gehen;"

Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Wir sind Gott ein guter Geruch Christi, beides unter denen, die selig werden, und unter denen, die verloren werden.

Das Bild eines Geruchs, das der Apostel hier braucht, ist sehr tiefsinnig. Er will damit sagen, dass von seiner und seiner Mitarbeiter Person etwas ausgehe, das zu vergleichen sei mit dem Geruch einer Blume. Die Blume gibt sich keine Mühe Geruch zu verbreiten, der Geruch geht von ihr aus in Folge ihrer Art und bleibt so lange, als sie frisch ist. So soll es sein bei allen, die Christo dienen, bei jedem wahren Christen; es soll von seiner Person ein wohltätiger Einfluss, eine Kraft ausgehen, ob er handle oder ruhe, rede oder schweige. Das meint auch der Herr in Joh. 7,38: „wer an mich glaubet, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen.“ Dieser von der Person ausgehende Einfluss ist nichts Selbstgemachtes, nichts Eigenes, sondern eine Lebensäußerung Christi durch uns. Darum sagt Paulus: „Geruch Christi.“ Ist Christus in einem Menschen, so merkt man es ihm an, man fühlt es ihm ab. Will man überhaupt von eines Menschen Wirksamkeit und Einfluss reden, so ist nicht die erste Frage: was und wie viel tut der Mensch, sondern: was ist der Mensch, was ist er durch Christum geworden? Unser Leben in und mit Christo gibt all unserer Arbeit ihren Wert und ihre Bedeutung vor Gott; denn das entscheidet, was Gott von uns und unserem Wirken hält. Für diesen „Geruch Christi“ ist des Christen Gebetsleben sehr wichtig; wo wenig Gebet ist, ist wenig Geruch Christi. Menschen, durch die Christus wirkt, bringen Scheidung hervor; den aufrichtigen Menschen, die aus der Wahrheit sind, sind sie zum Segen; und denen, die die Sünde lieben, sind sie zum Gericht. So war es beim Herrn, so ist es bei seinen Jüngern.

Heilige mich in Deiner Wahrheit; Dein Wort ist Wahrheit. Mache Du auch mich zu einem guten Geruch Christi vor Dir, o Gott! Amen


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Wir sind Gott ein guter Geruch Christi

Der Zusammenhang dieser Stelle lenkt unsere Blicke auf einen alten, römischen Triumphzug, der in den Augen der damaligen Welt das herrlichste Schauspiel war, das man sich vorstellen konnte. Der Apostel vergleicht sich im vorhergehenden Verse mit einem der Gefangenen, der an langer Kette dem Wagen des Siegers folgt; dann mit einem Weihrauch schwingenden Sklaven, und schließlich mit dem Weihrauch selbst, der die ganze Prozession begleitet.

Nichts macht sich den Sinnen so rasch bemerklich, als ein süßer Geruch, es sei denn ein widerlicher. Im Augenblick kann ein Wohlgeruch irgend ein längst vergangenes Ereignis ins Gedächtnis zurückrufen, mit dem er im Zusammenhang steht. Der Duft des eben gemähten Heus wird uns fröhliche Bilder aus unserer frühesten Kindheit vor die Augen führen. Also wünscht der Apostel, sein Leben möchte ein süßer Geruch sein, der die Menschen um ihn her, und vor allem Gott selbst, an Jesum erinnere. Er wollte so wandeln, dass Gott durch ihn beständig des Gehorsams, des Opfers, der Dahingabe Jesu gedenke, dass seine Worte und Taten in dem Herzen Gottes das Gedächtnis des Erdenlebens Jesu wachrufen mögen.

Ein guter Geruch Christi! Dieser zeigt sich nicht sowohl in dem, wa s wir tun, als in der Art, wie wir es tun; nicht sowohl in unseren Worten und Taten, als in der gewissen Zartheit, Lieblichkeit, Höflichkeit, Selbstlosigkeit, womit wir suchen unserem Nächsten zu dienen zur Besserung. Das ist der Duft eines in Christo verborgenen Lebens, dessen Würze aus der Gemeinschaft mit Ihm entspringt. Hülle deine Seele ein in den süßen Wohlgeruch des Wesens Jesu.

Das Geheimnis der in der Selbstverleugnung liegenden, überschwänglichen Freude, ist das selige Bewusstsein, des göttlichen Wohlgefallens. Dieses ist zugleich das sicherste Mittel gegen alles Selbstbewusstsein.