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Predigten zu 2. Mose 12,13

"Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, worin ihr seid; und sehe ich das Blut, so werde ich an euch vorübergehen; und es wird keine Plage zum Verderben unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage."

Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Am letzten Abend vor dem Auszug aus Ägypten mußten die Israeliten das Osterlamm schlachten und in Reisekleidern essen, weil der Aufbruch den Morgen darauf erfolgen sollte. Es war ihnen gesagt, daß Gott nun zum Schluß eine Plage kommen lassen werde, die an Schrecklichkeit alle andern überbieten und welche die Ägypter nötigen werde, um jeden Preis sich nun selbst die Israeliten vom Halse zu schaffen. Es sollte nämlich in jener Nacht alle Erstgeburt in Ägypten geschlagen werden. Auch Israel konnte bedroht sein; und um nicht derselben Plage anheimzufallen, sollte jedes Haus mit dem Blut des geschlachteten Lammes bestrichen werden, damit, wenn dies geschehe, der Würgeengel schonend vorübergehe.

Es gehörte für das Volk viel dazu, so große Dinge fest zu glauben und daraufhin sich zu rüsten und auf einen Abmarsch sich bereitzuhalten; man konnte sich ja gar nicht denken, wie es sich machen werde! Das ganze Volk zählte über 600.000 Mann, Greise, Weiber und Kinder abgerechnet. Man überlege, wie schwer es ihnen sein mußte, sich eine Abreise zu denken, ohne recht zu wissen, wohin es gehen würde, noch weniger, wovon sie leben sollten! Auch die angekündigte Plage und die Art, wie sie selbst verschont bleiben sollten, war eine nicht geringe Glaubensaufgabe für sie. Aber sie waren doch schon geübt im Glauben, opferten daher im Glauben, bestrichen ihre Türpfosten mit dem Blut im Glauben und feierten in Reisekleidern ihr Mahl im Glauben. Darum hat der Engel, der als Verderber über Ägypten kam, an allen vorübergehen können, die im Glauben das Geforderte getan hatten. Wie herrlich führte der HErr dann noch weiter über alle nachfolgenden Schwierigkeiten hinüber!

Wir nun haben auch ein Osterlamm und müssen immer denken, wir sind dem Verderber ausgesetzt, wenn wir an dieses „Lamm Gottes“ nicht glauben und nicht dadurch gleichsam mit Seinem Blute besprengt sind. Würde das Opfer Christi mehr vor unsrer Seele stehen, würden wir mehr unsre Hoffnung darauf gründen, daß Er um unsrer Sünden willen gestorben sei, und würden wir solches mehr mit gläubiger Zuversicht schätzen, so könnten wohl auch manche Plagen an uns vorübergehen, welche andere treffen; denn wir würden vor dem HErrn gelten als mit Seinem Blute besprengt!

In der Christenheit aber nimmt der Glaube an den Versöhnungstod Christi als das Mittel zur Vergebung der Sünden vollends mehr und mehr ab; Zweifel und Bedenken werden allerwärts herrschend, und alles pocht mehr auf eigene Gerechtigkeit oder will sich halten an eine Vergebung der Sünden, die nur auf bloße „Liebe“ Gottes gegründet ist, nicht auch auf Seine (das stellvertretende Opfer Christi erfordernde) Gerechtigkeit.

Wenn das so ist: Können wir da als mit dem Blute Christi besprengt gelten? Und kann da der Verderber. wenn Gottes Zorn ihn aussendet, schonend an den durch Zweifelsucht verzagten Seelen vorübergehen?

Ach, daß wir doch wieder mehr Sinn und Verstand für den Heilsrat Gottes, wie er vor uns liegt, bekämen - zu unserer zeitlichen und ewigen Errettung!


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Das Blut soll euer Zeichen sein an den Häusern, darinnen ihr seid, dass wenn ich das Blut sehe, vor euch übergehe, und euch nicht die Plage widerfahre, die euch verderbe, wenn ich Ägyptenland schlage.

Pharao wollte Israel nicht ziehen lassen. Der Herr hatte sich aber vorgenommen, sein Volk aus Ägypten auszuführen, und dazu sollte die letzte Plage dienen. Ein Würgengel sollte durch ganz Ägyptenland, auch durch Gosen gehen, und alle Erstgeburt der Ägypter erwürgen. So wollte Gott Pharao mürbe machen. Aber warum sollte der Würgengel auch durch Gosen gehen, wo Israel wohnte? Eigentlich hätte das sündige Israel auch das Gericht verdient; aber um der Verheißung willen, die Gott den Vätern, Abraham, Isaak und Jakob gegeben hatte, sollte Israel im Blick auf den Samen Abrahams, Christus und sein Erlösungsblut verschont werden. Das Blut des Passahlammes an den Türpfosten und der Oberschwelle war ja nur ein vorbildliches Zeichen von dem Blut des wahren Passahlammes, Christus. Zwar hing Israels Errettung nicht allein von diesem Zeichen des Blutes ab, sondern auch vom Gehorsam des Volkes. Hätte Israel seine Häuser nicht mit dem Zeichen des Blutes versehen, so wäre auch an ihm in jener Nacht das Gericht ausgeführt worden; aber es war gehorsam und unterschied sich dadurch wesentlich von den Ägyptern. Zu diesem Gehorsam musste dann noch kommen das Ausziehen aus Ägypten; erst dadurch erreichte das Blut seinen Zweck der völligen Errettung. Wie viel Klarheit gibt diese Geschichte für das neutestamentliche Israel! Nur wenn wir uns im Glauben unter den Schutz von Jesu Blut stellen, entrinnen wir dem ewigen Verderben. Bis zum letzten Stündlein, bis zu unserem Ausgang aus dieser Welt, gibt es kein Bergungsmittel als Jesu Blut, und nur an den Menschen, die ausgehen aus aller Knechtschaft der Sünde und des Teufels, erreicht es seinen Zweck. Wer in Ägypten, d. h. in der Sünde bleibt, wird nicht gerettet.

Herr Jesu! Dein Blut ist mein Trost im Leben und im Sterben. Lass seine Kraft an mir offenbar werden zur Erlösung, zur Reinigung und Bewahrung und bringe mich unter seinem Schutze heim zu Dir. Amen