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Predigten zu 2. Mose 3,6

"Und er sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verbarg Mose sein Angesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen."

Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Christliche Erfahrung: Begegnung mit Gott

Wahre Christenerfahrung muss immer eine echte Begegnung mit Gott einschließen. Ohne das ist Religion nur ein Schatten, eine Reflexion des Sichtbaren, eine billige Kopie des Originals, das einmal jemand genoss, von dem wir gehört haben. Es kann im Leben eines Menschen keine größere Tragik geben, als von Kindesbeinen an bis zum Greisenalter hin in einer Gemeinde zu leben und nichts Besseres zu kennen als einen künstlichen, aus Theologie und Logik zusammengesetzten Gott, der weder Augen zum Sehen noch Ohren zum Hören, noch ein Herz zum Liebhaben hat. Die geistlichen Riesen der Vergangenheit waren Männer, die sich immer wieder der realen Gegenwart Gottes bewusst wurden und dieses Bewusstsein für den Rest des Lebens wachhielten. Die erste Begegnung mag einen großen Schrecken ausgelöst haben wie bei Abraham, den »Schrecken und große Finsternis« überfielen, oder bei Mose, der sein Angesicht bei dem Busch verbarg, weil er sich fürchtete, Gott anzuschauen. Gewöhnlich verlor diese Furcht bald das Schreckliche und verwandelte sich in freudevolle Ehrfurcht, um schließlich in das demütige Erfahren der unmittelbaren Nähe Gottes überzugehen. Worauf es hier ankommt: Dies waren Männer, die Gott erlebten! Wie anders könnte man erklären, was Heilige und Propheten sind? Wie anders könnten wir die erstaunliche Kraft zu all dem Guten verstehen, das sie für zahllose Generationen gewirkt haben? Kommt es nicht daher, dass sie in bewusster Gemeinschaft mit der realen Gegenwart Gottes lebten und in der ungekünstelten Überzeugung beteten, dass sie jemanden anredeten, den es wirklich gibt?