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Predigten zu 4. Mose 16,5

"Und er redete zu Korah und zu seiner ganzen Rotte und sprach: Morgen, da wird der HERR kundtun, wer sein ist und wer heilig ist, dass er ihn zu sich nahen lasse; und wen er erwählt, den wird er zu sich nahen lassen."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Der HErr wird kund tun, wer heilig sei und zu Ihm nahen soll

Auf diese Worte gründete der Psalmist seinen Ausruf: „Wohl dem, den Du erwählest und zu Dir lassest!“ Wir alle fühlen das Bedürfnis danach; aber wie oft bemühen wir uns, Gott nahe zu kommen, und erleben Enttäuschungen. Ein einfacher Weg steht uns offen: wenn du ein Eigentum Gottes bist, so darfst du dich darauf verlassen, dass du, gestützt auf die Verheißung: „Nahet euch zu Gott, so nahet Er Sich zu euch,“ nicht abgewiesen werden wirst.

Bei deinem Gebet des Morgens, oder zu irgend einer Zeit, die du dem einsamen Verkehr mit Gott bestimmt hast, lass dies das Flehen deiner Seele sein: „Mein Gott, lass mich zu Dir nahen!“ Hast du dich schon lange fern von Ihm gehalten, und droht diese Entfremdung eine chronische oder dauernde zu werden, so sei dies wieder deine Bitte: „Lass mich zu Dir nahen!“ Und während des geschäftigen Treibens des Tages komme dir nie das Bewusstsein deiner Abhängigkeit von Ihm aus dem Sinn.

Gott gewährt nur der Seele ihre Bitte, die sich Ihm gänzlich übergeben hat; denn „so wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit Ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit.“ Unsere Anker müssen gelichtet sein, wenn die Wogen uns an Seine Brust tragen sollen; es darf uns keine andere Hand führen, wenn wir den Druck der Seinigen empfinden wollen; die Verbindung mit den Dingen dieser Erde muss eine lockere sein, soll der Zug himmelwärts spürbar werden. So können wir uns die Heiligkeit einigermaßen deutlich machen: „Wer ist Sein, und wer ist heilig?“ Derjenige, der die Absonderung erfahren hat vo n der Sünde zu Gott. Gib uns dies, o HErr, und dann ziehe uns ganz nahe zu Dir, so laufen wir Dir nach! (Hohel. 1,4).