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Predigten zu 5. Mose 19,19

"so sollt ihr ihm tun, wie er seinem Bruder zu tun gedachte; und du sollst das Böse aus deiner Mitte hinwegschaffen."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ihr sollt ihm tun, wie er gedachte, seinem Bruder zu tun

Auf ungerechte Handlungen folgt die Nemesis; das Böse kehrt zu seinem Ursprung zurück; was wir gegen andere ratschlagen, fällt auf unser Haupt. Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen: derjenige, der starke Getränke verkauft, wodurch Männer und Söhne verderbt werden, muss es erleben, dass die Trunksucht der Fluch seiner eigenen Familie wird. Wer im Eheleben untreu ist, wird seine Söhne sehen zu Grunde gehen unter dem Banne der Unsittlichkeit. Haman richtet dem Mardachai einen Galgen auf, wird aber selbst daran gehängt. Adoni – Besek haut den gefangenen Fürsten die Daumen ab an Händen und Füßen, und muss die Gerechtigkeit der Strafe erkennen, die über ihn selbst ergeht. England belastet China mit Opium und muss entdecken, dass dies Gift das Herz seiner eigenen Untertanen in Indien und Birma zerfrisst. „Wer den Aufrichtigen verführt auf einen bösen Weg, der wird in seine eigene Grube fallen.“

Warum geschieht dies alles? Weil Gott hinter dem Vorhang verborgen ist und die Taten der Menschen richtet. Wir brauchen nicht auf das Ende dieses Zeitalters zu warten, bis zur Ausführung des Urteilspruchs. Jetzt schon sitzt des Menschen Sohn auf dem Stuhl Seiner Herrlichkeit, und alle Völker sind vor Ihm versammelt. Ninive, Babylon, Kapernaum, Tyrus, Pompeii, das Kaiserreich Napoleons, alle sind jetzt schon verurteilt im Hades. Jetzt sind die Stühle bereit zum Gericht, jetzt werden die Bücher aufgetan, jetzt heißt es schon: „Kommet, ihr Gesegneten,“ und „Weichet von Mir, ihr Verfluchten.“ Gott hat die Weltregierung so angelegt, dass der Keim der Strafe schon in jedem unfreundlichen Wort, jeder unchristlichen Handlung verborgen liegt. Die Zeit kommt gewiss, wo der, der seinen Nächsten beschädigt hat, diesen Schaden in seinem eigenen Leben ernten wird. Einem jeden wird vergolten nach seinen Taten, schon in diesem Leben.