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Predigten zu Esra 3,2

"Und Jeschua, der Sohn Jozadaks, und seine Brüder, die Priester, und Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und seine Brüder machten sich auf und bauten den Altar des Gottes Israels, um Brandopfer darauf zu opfern, wie geschrieben steht in dem Gesetz Moses, des Mannes Gottes."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Mardochai beugte sich nicht

In dem alten Juden war ein edler Kern. Er wollte nicht niederfallen vor einem hochmütigen, elenden Haman, ob dieser auch des Königs Günstling war. Wer sich nicht scheut, der einzige zu sein in einem Geschäftslokal, der nicht lacht über eine zweideutige Geschichte, – allein zu stehen gegenüber den leidenschaftlichen Kartenspielern auf einem Schiffsverdeck, – wer Klugheit nicht anerkennen will, wo sie nicht gepaart ist mit Sittenreinheit; oder Begabung, die sich gegen Gottesfurcht auflehnt, – der handelt wie Mardochai am Tor des königlichen Palastes.

Gott allein kann uns solche Tapferkeit verleihen; wir wären sonst wie Rohr, das der Wind bewegt. Eher könnte eine einzelne Ähre dem Lüftchen widerstehen, das ein ganzes Weizenfeld nach einer Richtung weht, als dass wir allein stehen bleiben könnten, wo alle anderen sich beugen, wenn nicht Gott selbst uns dazu befähigte. Dies will Er aber gerade an uns tun. Lausche seiner Stimme: „Ich stärke dich, ich helfe dir auch; ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ Wir begehen nur zu oft den Fehler, dass wir durch feste Vorsätze und Entschlüsse uns selbst zu wappnen suchen, für einen vermutlich uns bevorstehenden Kampf; unfehlbar werden wir erliegen. Aber schaue auf zu Jesu, bleibe in Ihm, hole die nötige Kraft Augenblick für Augenblick von Ihm; hülle dich ein in jene unaussprechlich große und herrliche Verheißung: „Ich will ihn zum Pfeiler machen in dem Tempel meines Gottes; und er soll nicht mehr hinausgehen; und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes.“ O dass wir den Pfeilern gleich, auf denen der Name unsers Gottes eingegraben ist, dastünden unter der hin- und herwogenden Menschenmenge! „Wir fürchten Gott und haben sonst nichts zu fürchten!“