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Predigten zu Joel 2,25

"Und ich werde euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecke, der Abfresser und der Vertilger und der Nager gefressen haben - mein großes Heer, das ich unter euch gesandt habe."

Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Ich will euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecken, Käfer und Raupen gefressen haben."

Ein bitterer Schrei dringt oft aus dem Herzen derer, die nach langem Irren sich endlich vom treuen Hirten haben finden lassen. Es ist die Klage um die verlorenen Jahre: O, hätte ich früher dem Ruf gefolgt! Mein Leben hätte sich anders gestaltet. Was hätte ich für die Meinigen sein können! - Ach, auch im Herzen derer, die in Jesu Nachfolge stehen, spricht eine leise Stimme ähnliche Worte: Wie vieles habe ich versäumt! Wie wenig Frucht habe ich getragen!

Du armes Schäflein Jesu, höre heute ein Wort, das Jehova seinem Volk sagte, als es nach einer furchtbaren Heuschreckenplage in ähnliche Klage ausbrach. Gewiss, du darfst es nehmen als von dem gnädigen und gerechten Heiland auch dir gesagt. Kennst du die Heuschrecken und Raupen, die deinen Acker verderbt haben? Trägheit und Leichtsinn, oberflächliche Lektüre und wie die Schädlinge alle heißen? So komm, beuge dich vor deinem Gott und nimm seine Züchtigung an. Aber verzage nicht! Er kann dir die Jahre wieder erstatten; denn wo die Sünde mächtig war, ist die Gnade noch mächtiger. Weihe ihm nur fortan deine ganze, volle Liebe. Deine Einöde wird wieder blühen, wenn dein Heiland in dir wohnt.

Ich kann ja nicht verzagen Mit einem solchen Herrn, Der meine Schuld getragen, Mir herrlich hilft und gern. Ich beuge mich in Demut, Herr, vor Dir, Beweise Deine Gnade auch an mir!


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ich will euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecken gefressen haben

Wie viele Jahre unsers Lebens haben die Heuschrecken gefressen! In dieser oder jener Gestalt hat das eigene Ich uns in schmählicher Weise unsrer goldenen Garben beraubt, und sie in Staub verwandelt. Weichlichkeit, Leichtsinn, übermütige Vergeudung an Zeit, Gaben und Kräften, irdische Gesinnung, Habsucht, – Trägheit und Nachlässigkeit, geheime Sünden – was ist das für ein Heer! Sie haben unsre verheißungsvollen Saaten und den Ertrag unsers Lebens aufgezehrt, wie die Heuschrecken, Käfer, Geschmeiß und Raupen es in den Feldern getan haben. Aber Gott ist bereit, zu vergeben, die schmähliche Vergangenheit aus seinem Gedächtnis auszuwischen, neue Hoffnungen in uns zu wecken – ja noch mehr: auch „die Jahre uns zu erstatten, welche die Heuschrecken gefressen haben.“ Auch aus diesen verlorenen Jahren soll Ihm eine Ernte erwachsen zu seiner Verherrlichung. Diese besteht einerseits in der Erfahrung, die wir gewonnen haben, für den Umgang mit anderen; anderseits in der reumütigen, zerknirschten Herzensverfassung, die in uns selbst gewirkt wurde; – jene Jahre werden doch dem HErrn noch Ehre eintragen, und uns fruchtbar machen zu seinem Dienst. Gott will uns in der Gegenwart und in der Zukunft mit seinem Segen so reichlich überschütten, dass wir nicht nur jeweils den Ertrag eines Jahres haben werden, – nein, jedes Jahr soll die Ernte von drei oder vier Jahren liefern. Es ist Gott eine Freude, uns so zu segnen, dass wir das größtmögliche Ergebnis unserer Lebensarbeit aufweisen können, wiewohl wir in früheren Zeiten auf so traurige Weise vergeudet haben, was uns gegeben war. Hat Er einem Petrus zu Pfingsten das nicht wieder erstattet, was er im Hofe des hohenpriesterlichen Palastes verloren hatte? Hat nicht Paulus große Ernten für Jesum einheimsen können, trotz der verlorenen Jahre, die seiner Bekehrung vorangingen?