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Predigten zu Josua 19,49

"Und als sie die Verteilung des Landes nach seinen Grenzen vollendet hatten, gaben die Kinder Israel Josua, dem Sohne Nuns, ein Erbteil in ihrer Mitte."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Und da sie das ganze Land ausgeteilt hatten, gaben die Kinder Israel dem Josua ein Erbteil."

Bei der Verteilung Kanaans sind bemerkenswerte Erbteile ausgegeben. Das beste ist wohl den Leviten zugefallen, von denen es heißt (Jos. 13, 33): "Der Herr, der Gott Israels ist ihr Erbteil." Bedeutsam ist Kalebs Erbteil, durch Glauben gewonnen; köstlich der Teil der Achsa, durch Bitten vermehrt und gesegnet. Vorbildlich aber ist die Art, wie Josua zu seinem Erbteil kommt. Josua ist Israels Heerführer, des Volkes Fürst. Ihm verdankt Israel die neue Heimat. Väterlich fürsorglich hat er darüber gewacht, dass jeder Stamm sein gebührend Teil erhielt. Für sich selber hat er nicht gesorgt. Es ist auch niemand auf den Gedanken gekommen, dass Josua eigentlich als erster berücksichtigt werden sollte. Erst als alle ihr Teil erhalten haben, denkt man daran, auch für ihn zu sorgen. - Josua war ein Gottesmann. Weltliche Heerführer hätten gewiss die Reihenfolge beim Austeilen der Beute umgekehrt gestaltet. Josua stellt die eigenen Ansprüche zurück. - Wie steht es in diesem Punkte bei uns? Können wir beim Austeilen des Erbes warten, bis die andern ihr Teil bekommen haben? Warnend sagt Sprüche 20, 21: "Das Erbe, wonach man zuerst sehr eilt, wird zuletzt nicht gesegnet sein." - Wichtig ist uns der Umstand, dass Josua, dazu aufgefordert, selber einen Wunsch ausspricht. Er begehrte die Stadt Thimnath-Serab im Gebirge Ephraim. Dort nahm er seinen Wohnsitz. Uns Christen ist Josua in mancher Hinsicht ein Vorbild auf den Herrn Jesus. Er hat für uns mehr getan, als Josua für Israel. Er sorgt auch nicht für sich, sondern nur für die Seinen. Zuletzt aber hat er auch einen Wunsch, eine Bitte. Die Bitte Josuas ist einst mit Freuden erfüllt. Wie aber stehen wir zu der Bitte des Heilandes: "Mein Sohn, meine Tochter, gib mir dein Herz!


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

In ihrer Mitte

Da Josua ein Vorbild auf den Herrn Jesum ist. So werden wir auch an Ihn erinnert, durch das Erbteil, das Josua zufiel in der Mitte seiner Brüder.

1. In der Mitte am Kreuz

„Sie kreuzigten Ihn, und mit Ihm zwei andere, zu beiden Seiten, Jesum aber in ihrer Mitte.“ Weil wir Fleisch und Blut haben, ist Er es gleichermaßen teilhaftig geworden, und weil wir unter dem Fluch des gebrochenen Gesetzes Gottes standen, so beugte Er sich auch unter diese Last und ward zum Fluch für uns. Er nahm auf sich unsere Schmerzen, und wo der Druck am schwersten war, da stellte sich das Lamm Gottes ein und trug die Sünde der Welt. Auf Ihm lagen alle unsere Missetaten, sowohl derer, die Ihn abweisen, wie der eine Übeltäter, als derer, die Ihn annehmen, wie der andere.

2. In der Mitte, da wo Sein Volk versammelt ist

„Wo zwei ober drei versammelt sind in meinem Namen, da bin Ich mitten unter ihnen.“ Er ist der vereinigende Mittelpunkt. Wir kommen von verschiedenen Seiten her, mit unseren besonderen Vorstellungen und Vorurteilen, ohne uns besonders zu einander gezogen zu fühlen; aber indem wir Ihn anrühren, werden wir Eins mit allen denen, die Ihm nahe sind. Nicht die Predigt, nicht das gemeinsame Abendmahl, nicht die Form des Gottesdienstes ist der Mittelpunkt unserer Gemeinschaft, sondern allezeit und in allem Christus. So lasse Ihn doch auch unter allen Verhältnissen den Mittelpunkt deines Familienlebens und deiner Berufstätigkeit dein.

3. In der Mitte, im Himmel

„Ich sah inmitten des Thrones und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen.“ Alle die Kreise der Erlösten, der Engel und aller anderer Wesen, bewegen sich um Jesum, als ihren gemeinsamen Mittelpunkt, und werden also um Ihn gesammelt. Jesus ist die Sonne des Paradieses, das eigentliche Wesen seiner Wonne, das Zentrum seiner Freude.