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Predigten zu Markus 5,28

"denn sie sprach: Wenn ich nur seine Kleider anrühre, so werde ich geheilt werden."

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"... Wenn ich nur sein Kleid möchte anrühren, so würde ich gesund."

Das ist ein ungeheures Wort, nachdem jemand viel erlitten von anderen Ärzten und darob all sein Vermögen zugesetzt hat! Das war ein wunderbarer Glaube an Jesus, und da kann es nicht wundernehmen, dass er mit einem Wunder antwortet, ja, dass er nachher sagt: "Dein Glaube hat dir geholfen!" Seine Wunderkraft hätte Tausenden ähnlich helfen können, wenn in ihren Herzen die Aufnahmefähigkeit vorhanden gewesen wäre. Die göttliche Seite für solches Erleben ist jahraus, jahrein vorhanden; nur die menschliche Bedingung fehlt gänzlich oder zur Hälfte. Die Sonne scheint über die ganze Sahara, aber nur, wo Wasser vorhanden ist, schafft sie Oasen; sonst wirkt sie Tod statt Leben. - Was müssen wir uns schämen! Jene Frau weiss nichts von Golgatha und Ostern; wir wissen schrecklich viel von Jesus und erleben so selten und so spärlich Kraftwirkungen des Erhöhten. Wie viel Hemmungen und Hindernisse für sein unmittelbares Eingreifen stellt unsere laue, selbstzufriedene Art in den Weg. Ach, wenn wir doch unser "Vermögen" schon völlig aufgebraucht hätten, um reine Bahn für sein Vermögen zu machen!

Herr Jesus, dein Kleid streift in dieser Stunde auch mich. Lass mich im Glauben dich anrühren, dass im Gedränge deiner vielen Nachfolger ich einen Augenblick deine Kraft erlebe. Heile meine Schwachheit. Scheuche mein Eigenes hinweg, damit Raum sei für dein Eigenes. Herr Jesus, erbarme dich meiner und hilf mir! Amen.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Wenn ich nur sein Kleid möchte anrühren, so würde ich gesund.

Jenes, arme kranke Weib hatte viel erlitten von den Ärzten, und hatte all ihr Gut darob verzehret und half ihr nichts, sondern vielmehr ward es ärger mit ihr, Vers 26; sie war also unheilbar. In ihrem Herzen war ein Verlangen gesund zu werden, und hierzu gab es nur noch einen Weg, zu Jesu zu kommen, von dem sie gehört hatte. Aber wie sollte sie unter dem Gedränge des Volkes mit ihm reden können? es war fast unmöglich. Sie hat ein so großes Vertrauen zu ihm, dass sie glaubt, sie werde durch Anrühren seiner Person gesund, und siehe da, sie wird nicht zu Schanden. O, könnte ich das auch tun, hat schon mancher Kranke gedacht! Sollen wir in unsern Tagen verkürzt sein? Ist unser erhöhter Heiland für uns unerreichbar? Hat er seinen Jüngern nicht zugesagt: siehe ich bin bei euch, alle Tage bis an der Welt Ende? Es ist schön, wenn wir glauben, dass der Herr in seinem Worte und in seinen Sakramenten gegenwärtig ist; aber wir brauchen mehr, wir brauchen ihn persönlich, und er persönlich wandelt unter seiner Gemeinde. Machen wir also im Glauben Ernst mit seiner Gegenwart unter uns, ob wir gesund oder krank seien, innere oder äußere Stärkung brauchen. Der Glaube darf ihn anrühren für Leib und Seele, und der Heiland lässt es sich gerne gefallen; er ist heute noch so freundlich als er damals dem Weibe gegenüber war. Liebe Seele! Lerne mit deinem Heiland umgehen, als sähest du ihn. Für dich lebet er als der Auferstandene; er weiß, du musst ihn haben, du bist auf ihn angewiesen. Lerne von dem Weibe glauben und du wirst erfahren, dass von Jesu heilende, stärkende, belebende Kraft ausgeht. Wenn alle Menschen erklärt hätten, dir sei nicht mehr zu helfen, so kann dein Herr Jesus dir helfen; von ihm hast du nichts zu erleiden; glaube nur!

Dir, Herr, sei Lob und Dank! dass ich Dich schon so oft habe anrühren dürfen und erfahren habe, Du bist gestern und heute und in Ewigkeit derselbe. O, dass wir alle Dir noch mehr vertrauten! Amen