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Predigten zu Markus 6,35

"Und als es schon spät am Tage war, traten seine Jünger zu ihm und sagen: Der Ort ist öde, und es ist schon spät am Tage;"

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Der Tag ist fast dahin, die Schatten werden länger, die Nacht ist da, das Unbekannte... Die Zeiten kennen, in denen wir leben, aus der Schrift wissen, was sie geistlich bedeuten, ist eines; sich dem Pessimismus ergeben, ist etwas anderes. Wir dürfen nicht vergessen, daß der Herr Jesus da ist und daß Er Gott ist. Nichts, absolut gar nichts kann Ihm die Hände binden. Alles alles ohne Ausnahme ist Ihm unterworfen. Er hört das Rufen Seiner Kinder, die der Weltlage entsprechend zu beten verstehen und Sein Eingreifen bewirken. Gleichzeitig kümmert Er Sich um das hungrige Volk und nährt es mit Himmelsbrot, doch nicht ohne die Mitwirkung Seiner Jünger. Bei den Jüngern aber ist immer etwas von der Gesinnung zu finden, die ihre Aufforderung verrät: «Entlasse sie, damit sie ... sich Brot kaufen!» Es gibt Menschen, die meinen, ihre Bibel besonders gut zu kennen. Um die Volksmassen bekümmern sie sich aber nicht, ihr Schicksal ist ihnen gleichgültig. Sie lehnen jegliche Verantwortung ihnen gegenüber ab und sagen, sie «warteten auf die Wiederkunft des Herrn». Gleichen sie nicht den ersten Jüngern? Jesus Christus ist derselbe heute, gestern und in Ewigkeit, und man kann wohl sagen, daß auch Seine Jünger sich stets gleich bleiben …

Er ist da, Er ist bereit, dem Volk zu essen zu geben. Er reicht den Jüngern das Brot, das Er gesegnet hat, damit sie es dem Volk austeilen. Wenn wir uns des Ernstes unserer Zeit, aber noch mehr der Gegenwart des Herrn Jesus bewußt sind, wenn wir uns unserer siegreichen Berufung gewiß sind, dann beauftragt Er uns, dem Volk dieses Brot zur Nahrung auszuteilen. Tun wir das? Ist es uns klar, wie es moralisch um die Massen steht, um ihre Sünde, ihre Gottvergessenheit? Wenn ja, dann laßt uns ihnen das Brot des Wortes Gottes weitergeben und ans Werk gehen!

Gott hat uns in Seiner Gnade verstehen lassen, daß Er mit uns rechnet, um dem Volk Sein Wort auszuteilen. Wenn wir auch nur wenig Kraft haben, so segnet Er sie doch. Das Brot, das wir aus Seiner Hand erhalten, ist gesegnetes Brot. Darum wird auch das, was wir den anderen vorlegen, gesegnet sein.