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Predigten zu Psalm 13,6

"Ich aber, ich habe auf deine Gnade vertraut; mein Herz soll jauchzen über deine Rettung. Ich will dem HERRN singen, denn er hat wohlgetan an mir."

Autor: Hermann Friedrich Kohlbrügge (* 15.08.1803; † 05.03.1875) niederländischer reformierter Theologe

Welch ein süßes Wort ist es, was hier von den Lippen eines geängstigten, bedrängten und angefochtenen Menschen kommt: dass du so gnädig bist. Wir sind allzumal Sünder, das kann niemand ändern. So ist auch der Teufel ein listiger Feind und Tausendkünstler. Er macht aus den Übertretungen eitel feurige Berge und Sündenmeere, rückt einem alles auf, und ob wir da auch alle Werke in Gott getan haben, der Teufel weiß einem wohl alles zunichte und stinkend zu machen mit seinen listigen Angriffen und will aus Sünden Gerechtigkeit und aus Gerechtigkeit Sünden machen. Da kann vor ihm niemand bestehen, er lasse denn alle seine Heiligkeit und sein Verdienst fahren, samt aller sichtbaren Hilfe und Hoffnung aufs Durchkommen, und halte sich lediglich im Glauben und in der Hoffnung an der lautern und umsonst dargereichten Gnade und Barmherzigkeit Gottes. Derhalben sollen wir in Kreuz, Leiden und Anfechtungen nicht verzagen und doch auch wiederum nicht auf unsere Kraft und guten Werke uns verlassen, sondern alle unsere Hoffnung auf Gottes Gnade setzen; der ist so mächtig, dass er uns wohl erretten und bewahren kann, so dass wir nicht irren, und kann uns stärken, dass wir beständig bleiben. Solche Zuversicht und Hoffnung auf Gottes Gnade und Erbarmung inmitten der Unbarmherzigkeit und der Ungnade des Feindes gibt auch alsbald ein anderes Rühmen und eine andere Freude, als der Feind meint über uns erlangen zu können. Ja, mein Herz freuet sich, dass du so gerne hilfst.

Ich sing in Ewigkeit von des Erbarmers Huld,
er liebet treu sein Volk, vergibt und hat Geduld.
Mein Mund soll seine Treu und Wahrheit laut verkünden,
dass auch die Enkel Gott, wie wir ihn fanden, finden.
Ja, deine Gnade steigt, sich ewig zu erhöhen,
und deine Wahrheit bleibt im Himmel feste stehen.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ich will dem HErrn singen, dass er so wohl an mir tut

Hier bricht derselbe Mann, der sich in seinem Herzen ängstete täglich, in einen Lobgesang aus! Wir sehen nicht, dass seine Trübsale geringer geworden wären; noch immer rühmte sich sein Feind, dass er seiner mächtig geworden sei. Aber er ließ nicht ab von seinem Vertrauen. Wie vielfältig auch seine äußeren Leiden und Prüfungen waren, so hielt er sich doch fest an seinen Gott und harrete auf Ihn. Und mit welchem Erfolg? Mitten in den Stürmen erbaute er sich ein Bethel, und trotz der Angst seines Herzens Stimmte er einen Lobgesang an.

Stehen wir jetzt im Schatten schwerer Heimsuchungen, so kann uns Gott dennoch einhüllen in die Kleider des Heils und unseren Mund erfüllen mit Lob. Wenn auch der Feigenbaum nicht blüht, und der Weinstock keine Frucht trägt, so kann sich die Seele dennoch freuen des HErrn und dem Gott ihres Heils jauchzen. Wer sich nährt von den Verheißungen Gottes, kann nicht verhungern, und wer ein gereinigtes Gewissen hat, auf wem das Wohlgefallen seines Gottes ruht, in wessen Herzen die Liebe Jesu brennt, der kann nicht unglücklich sein.

Als der ehrwürdige, alte Thomas Halyberton seinen geliebten Sohn verlor, schrieb er folgendes nieder: „Dieser Tag ist ein Gedenktag; o meine Seele, vergiss nie, was dir heute geschenkt worden ist; das Lächeln meines Gottes hat mein Wesen beinahe verzehrt. O welch ein gesegneter Tag! Mein Kind ist, nach kurzem, schwerem Kampf freudig entschlafen in Jesu, dem er so oft freudig übergeben worden ist . . . . Jesus kam zu mir in der dritten Wache der Nacht, und wandelte auf den Wassern . . . Er besiegte den Sturm in meiner Seele, und siehe, da ward eine große Stille.“ Wenn Gott uns alles Irdische nimmt, so will Er uns so sehr erfüllen mit sich selbst, dass wir seine Güte rühmen können.