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Predigten zu Psalm 5,2

"Horche auf die Stimme meines Schreiens, mein König und mein Gott! denn zu dir bete ich."

Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott!"

Schöner und reichhaltiger als alle älteren und neueren Gebetbücher der Welt ist jenes uralte, das sich in der Mitte unserer Bibel befindet, das Buch der Psalmen. Wunderbar ist es, wie das Dürsten der Seele nach Gott, das Schreien nach seiner Hilfe und der Lobpreis seiner Wohltaten heute nach dreitausend Jahren noch so genau dasselbe ist und dieselben Ausdrücke sucht und findet, wie damals. Der Geist, der die Männer Gottes des Alten Bundes durchwehte, ist derselbe, der auch in uns wirkt. Nimm dies goldene Schatzkästlein zur Hand, bekümmerte Seele, wenn du keine Worte findest zum Gebet. Sprich die Bitten nach, die deine Vorgänger im Glauben emporsandten zu Gott. Er erhört auch dich.

Wie kühn bei aller Demut ist David seinem Gott gegenüber! Er schämt sich seines Schreiens nicht. Es ist das Schreien der Bedürftigkeit. So schreit das Kindlein, wenn es Nahrung braucht; es schreit bis die Mutter herbeieilt. So ist das Schreien des Herzens zu Gott das sicherste Mittel, seine Hilfe zu erfahren.

Wenn mehr solches Schreien emporstiege zum Thron unseres Gottes, so kämen mehr gnädige Erhörungen hernieder, und es klänge dann auch mehr Jubel der Errettung.

Wo soll ich fliehen hin in meiner Armut? Mein König und mein Gott, zu Dir, zu Dir! Du bist reich über alle, die Dich anrufen; gib auch mir aus Deiner Fülle.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Gotteserkenntnis: Das Ziel aller christlichen Lehre

Unter Christen aller Zeiten und unterschiedlichster Schattierung in Bezug auf das, was sie lehrmäßig hervorheben, besteht doch in einer Sache große Übereinstimmung: Sie alle glauben, dass Christen, die ernsthaft geistlich vorankommen wollen, lernen müssten, lange und viel über Gott nachzudenken! Wenn ein Christ sich wirklich vornimmt, über den armseligen Durchschnitt der religiösen Erfahrung der Gegenwart hinauszuwachsen, so wird er schnell die Notwendigkeit spüren, Gott selbst als das Ziel aller christlichen Lehre kennenzulernen. Sobald er die heiligen Wunder der göttlichen Dreieinigkeit erforschen will, wird er entdecken, wie nötig das anhaltende und richtig gelenkte Nachdenken über die Person Gottes ist. Um Gott in rechter Weise zu erkennen, müssen seine Gedanken unverwandt auf Ihn gerichtet sein. Nichts, was der Mensch über sich selbst und über Gott entdeckt hat, macht diese reine Spiritualität überflüssig. Sie ist umsonst zu haben – aber sie ist überaus kostbar! Natürlich erfordert das zumindest ein gewisses Maß gesunder theologischer Kenntnisse. Gott losgelöst von Seiner Selbstoffenbarung in den inspirierten Schriften zu suchen, ist nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich. Dazu gehört auch ein Wissen über Jesus Christus und restloses Vertrauen auf Ihn als Herrn und Erretter. Christus ist nicht einer von vielen Wegen zu Gott, auch nicht der beste von mehreren anderen. Er ist der einzige Weg, »der Weg und die Wahrheit und das Leben«. Auf andere Weise zu glauben, bedeutet, etwas Geringeres als ein Christ zu sein.