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Predigten zu Psalm 63,8

"Meine Seele hängt dir nach, es hält mich aufrecht deine Rechte."

Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Du hältst mich bei meiner rechten Hand."

Vom besten, treuesten Führer haben wir bei Ps.32,8 gesprochen. Zu ihm weist uns auch unser heutiges Textwort. Es ist ein Doppelwort und erhält durch diese Zusammenstellung eine vielsagende Bedeutung. - Du hältst mich bei meiner rechten Hand, Du heiliger, himmlischer Führer. Wohl mir, dass ich meine zitternde Hand in die Deine legen durfte zum Bunde für Zeit und Ewigkeit. Aber übel wäre es um mich bestellt, wenn es auf mein Festhalten ankäme. Darum freut sich meine Seele so königlich des zweiten Wortes: Deine rechte Hand hält mich. Ja, Dir vertraue ich Herr Jesu, Deiner Liebe, Deiner Macht, Deiner Bundestreue.

Über einen mächtigen Gletscher unserer Alpenwelt geleitete ein Bergführer eine Schar junger Reisenden. Eine Zeitlang gingen alle munter vorwärts. Da aber kamen sie an eine breite Gletscherspalte und blickten schaudernd in die schwarze Tiefe des Abgrundes. Der Führer setzte leichtfüssig hinüber, aber die unerfahrenen Weggenossen blieben zögernd zurück. Da streckte der Führer einem um den andern die Hand entgegen und brachte sie alle sicher auf die andere Seite. Freudig hob er alsdann seine Rechte empor und rief: "Meine Herren, diese Hand hat noch keinen fallen lassen!"

Ich aber blicke auf zu Dir, Du Führer mit der durchgrabenen Hand! Du lässest keinen fallen, der Dir vertraut. Du hältst auch mich.