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Predigten zu Römer 9,5

"deren die Väter sind, und aus welchen, dem Fleische nach, der Christus ist, welcher über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen."

Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit."

Da von dem Herrn Jesus ausdrücklich gesagt wird, dass Er "Gott ist über alles, hochgelobt in Ewigkeit", so haben wir hiermit einen der denkwürdigsten Sprüche von Seiner ewigen Gottheit. Der Apostel hatte zuvor von der menschlichen Herkunft Jesu geredet, und da war es jetzt gerade an der rechten Stelle, auch an Seine göttliche Natur zu erinnern. Und das tut er hier mit so klaren und eindeutigen Worten, dass diese Stelle für alle Feinde des Herrn, die Seine Gottheit leugnen, die aber in ihrer Torheit doch nicht die ganze Schrift zu verwerfen vermochten, zu einer schweren Bekümmernis werden muss.

Um so tröstlicher ist dieser Spruch allen Gläubigen, vor allem denjenigen, die sehr mit den feurigen Pfeilen des Zweifels beschossen werden. Auch wenn du nie an der Gottheit Christi gezweifelt hast, so bedenke doch die Grösse und den Wert des Glaubens, den du dann bekennst! Glaubst du wirklich, dass der ewige Gott ein Mensch geworden ist wie wir - die Sünde ausgenommen? Bedenke einmal, was dies bedeutet und zur Folge hat! Wie wär's, wenn wir darüber nicht hinreichende Zeugnisse hätten?! Lasst uns darum Gott preisen, dass die Zeugnisse der Schrift in dieser unserer höchsten Lebensfrage so hinreichend und so unzweideutig sind. Wir wollen uns einiger derselben erinnern.

Aus der Menge dieser Zeugnisse heben wir nur solche hervor, die davon reden, was Christus vor Seiner Menschwerdung gewesen ist und was Er getan hat. Es sind folgende: Er wird dargestellt als zum Vater sprechend: "Brandopfer und Sündopfer gefallen Dir nicht. Da sprach Ich: Siehe, Ich komme (im Buch steht von Mir geschrieben), dass Ich tue, Gott, Deinen Willen." Und abermals: "Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist Er dessen gleichermassen teilhaftig geworden." In diesen Stellen wird ganz klar ausgesprochen, dass Er vor Seiner Menschwerdung das Dasein hatte. So auch in der denkwürdigen Stelle bei Joh. 1: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." Hier wird ausdrücklich gesagt, dass derselbe, der am Anfang alles schuf, "Fleisch ward" und unter uns wohnte. So auch Phil. 2, woselbst von Christus gesagt wird: "Ob Er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt Er es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden." Hier heißt es also, dass Christus Knechtsgestalt annahm und wie ein Mensch wurde. Daraus folgt, dass Er vorhanden war, bevor Er dieses tat. So sagt Er auch selbst, dass Er im Himmel war, bevor Er auf die Erde kam. "Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel herniedergekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist" (Joh. 3, 13), und in Vers 31 sagt Johannes der Täufer dasselbe von Ihm: "Der von oben herkommt, ist über alle." Wiederum sagt Jesus: "Ich bin vom Himmel gekommen, nicht, dass Ich Meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der Mich gesandt hat." Und wiederum: "Wie, wenn ihr dann sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da Er zuvor war!" Und abermals: "Vater, verkläre Mich bei Dir selbst mit der Klarheit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt war." Vernimm doch solche Worte! Er war bei dem Vater, bevor diese Welt war.

Auch wird an vielen Stellen gesagt, dass alles durch den Sohn geschaffen ist. Außer den schon angeführten Stellen bei Joh. 1 wird auch Kol. 1 von dem "geliebten Sohn Gottes" gesagt: "Durch Ihn ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Obrigkeiten; es ist alles durch Ihn und zu Ihm geschaffen". Und Hebr. 1 heißt es: "Durch welchen Er auch die Welt gemacht hat." In solchen Stellen wird ausdrücklich gesagt, dass Jesus Christus, der hier auf Erden wandelte, alle Dinge erschaffen hat, und dass solches geschah, bevor Er Mensch wurde. Eine solche Person muss ewiger Gott sein. Bei Micha 5 heißt es, dass derselbe, der in Bethlehem geboren werden sollte, Sein Dasein von Ewigkeit her hatte: "Und du Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll Mir der kommen, der in Israel Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist." Und mit majestätischer Ruhe sprach der Herr Jesus zu den Juden: "Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin Ich." Aber was sollen wir alle solche Zeugnisse aufzählen? Lasst uns vielmehr preisen und anbeten!

Dieser Erklärung, dass Christus Gott war, hochgelobt in Ewigkeit, fügt der Apostel nun ein "Amen" hinzu. Amen ist ein Wort der Bekräftigung; es bezeichnet, dass das Gesagte eine wichtige und eine unumstössliche Wahrheit ist. Diese Wahrheit, dass Jesus Christus der ewige Gott war und ist, wird auch von Rechts wegen mit einem Amen bekräftigt. Das haben wir in den angeführten Bibelstellen gesehen. Christus ist Gott über alles, hochgelobt in Ewigkeit. Amen.

Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren Zu erretten, was verloren, Durch Dein Blut so rot, Wahrer Mensch und Gott!