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Predigten zu Sacharja 7,5

"Rede zu dem ganzen Volke des Landes und zu den Priestern und sprich: Wenn ihr im fünften und im siebten Monat gefastet und gewehklagt habt, und zwar schon siebzig Jahre, habt ihr irgendwie mir gefastet?"

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Da ihr fastetet und Leid truget habt ihr mir so gefastet?

Die Männer zu Bethel hatten eine Frage an die Priester gerichtet, die der Prophet also beantwortet. Das Fasten des fünften Monats war zum Gedächtnis an den Fall Jerusalems angeordnet worden, – dasjenige des siebenten Monats zur Erinnerung an den Mord Gedaljas, als die jüdische Unabhängigkeit ihren letzten Stoß erhielt. Die Frage war die: sollten die zurückgekehrten Juden diese Fasten fortsetzen, da nun über der Freude des neuen Staates, die Ereignisse, die sie hervorgerufen hatte, vergessen waren? Es war eine äußerliche Zeremonienfrage, und der Prophet will mit seiner Antwort sagen: „Ihr machet euch viele Gedanken über die Beobachtung einer von Menschen angeordneten Pflicht; o dass ihr ebenso besorgt wäret jene Tugenden zu üben, und jene Laster zu verurteilen, die so manche Zurechtweisungen und Warnungen der früheren Propheten hervorriefen.“ Gott verlangt nicht eine Religion, die in äußeren Formen und Zeremonien besteht, sondern die innerlich und geistlich ist; Er will, dass wir gerecht handeln, unserm Nächsten Barmherzigkeit und Güte beweisen, dass wir niemand unterdrücken, noch Arges denken wider unsere Brüder in unserem Herzen. Solches gefällt dem natürlichen Menschen nicht. Solcher Aufgabe entzieht er seine Schulter.

Im allgemeinen möchte der Rat zu befolgen sein: es ist nicht nötig, die traurigen Jahrestage unserer Sünden und des darauf folgenden Gerichts immer wieder zu beobachten, wenn wir einmal der Vergebung Gottes versichert sind. Wenn der HErr vergibt und heilt, so brauchen wir nicht die bittere Vergangenheit beständig aufzufrischen; wir dürfen alsdann den Sack der Trauer ablegen und uns schmücken mit den Kleidern des Heils. „Nicht rückwärts sehen!“ Das sollte das Motto unsers Christenlebens sein.