Christliche Liederdatenbank    

David verschont Saul

1) König Saul macht Jagd auf David,
den verhassten Schwiegersohn.
Stellte ihm schon manche Falle,
jedes Mal ist er entflohn.
Saul verliert nun bei Ein Gedi
wieder mal die heiße Spur.
Er lässt die Soldaten rasten,
höchste Zeit bei der Tortur.

2) Noch ein andrer Grund bedrängt ihn,
zwingt zum eiligen Entschluss,
weil bei aller Zucht und Ordnung
auch der König einmal muss.
Hockt sich hin in einer Höhle,
weil er denkt, er wär allein.
David hockt mit seinen Männern
hinten zwischen Fels und Stein.

3) Jetzt kann David triumphieren,
denn nun wendet sich das Blatt.
Ist doch klar, so hört er flüstern,
wer jetzt wen beim Wickel hat.
Die Gelegenheit ist günstig,
auf und packe sie beim Schopf.
Gott gibt dir heut Saul zur Beute.
Geh und hol dir seinen Kopf.

4) David schleicht sich hin zum König
mit dem Messer in der Hand.
Aber alles, was er abtrennt,
ist ein Zipfel vom Gewand.
Gott bewahre mich vor Frevel,
sagt er seinen Männern dann.
Wen der Herr zum König salbte,
nein, den rühre ich nicht an.

5) Forsch tritt Saul hinaus ins Freie:
Jetzt wird David kalt gemacht!
Klar, den schnappen wir uns, Männer,
denn das wäre ja gelacht.
Sie ziehn los, und David wartet.
Dann erst ruft er lauthals: Saul!
Niemals wollt ich dein Verderben.
Glaub nicht jedem Lügenmaul.

6) Der Beweis ist dieser Zipfel,
spricht von Schonung und Verzicht.
Hätt ich dich nicht töten können?
Gott sei Dank, ich tat es nicht!
Da fängt Saul an, laut zu weinen:
David, ich verkannte dich.
Wirst du nach mir einmal König,
dann mach niemals Jagd auf mich.

7) Möge Gott dich reich belohnen,
bist ein bess'rer Mensch als ich.
Meine Sippe lass am Leben,
schwöre mir das feierlich.
David schwört, so will er handeln.
Saul zieht heim, er hat sein Wort.
David zieht es in die Berge
weg zu unbekanntem Ort.