1) Du ew'ger Schöpfer aller Welt,
der du so Tag als Nacht bestellt,
und Zeit um Zeit geordnet hast,
zu lindern unsre Müh' und Last.
2) Des Tages Herold ruft mit Macht,
der in dem tiefen Dunkel wacht.
Dem Wandersmann ist er ein Licht,
das in der Nacht die Nacht durchbricht.
3) Nun steigt empor der Morgenstern
und treibt die dunklen Schatten fern.
Nun müssen Sünde, Lug' und Wahn
verlassen ihre finstre Bahn.
4) Nun fasst der Schiffer neuen Mut,
es glättet sich des Meeres Flut, -
die Kirch', auf Petri Fels gebaut,
tut Buße, wenn sie hört den Laut.
5) So lasst uns aufstehn ungesäumt!
Der Hahn weckt jeden, der noch träumt.
Die Schlafestrunk'nen klagt er an,
und die Verleugner straft der Hahn.
6) Mit Hahnesruf die Hoffnung kehrt,
dem Kranken wird ein Trost beschert,
des Räubers Dolch verbirgt sich scheu,
und der Gefall'ne glaubt auf's neu.
7) Herr, wende dich und sieh uns an!
Dein Blick macht gut, was wir getan.
Dein Blick bestärkt uns in dem Lauf,
in Tränen löst die Schuld sich auf.
8) O Licht, erleuchte unsern Sinn,
den Traum der Nacht nimm von uns hin!
Dich rufen wir vor allen an, -
dir sein die Lippen aufgetan!
9) Lob, Ruhm und Ehre singen wir,
die Herrlichkeit gebühret dir.
Gott, Vater, Sohn und Heil'ger Geist
in Ewigkeiten sei gepreist!