Du o Wesen aller Wesen    

1) Du o Wesen aller Wesen,
bist vom Körper ganz befreit.
Ewig, ohne Raum gewesen,
lauter Geist und Herrlichkeit,
so, dass dich kein Mensch ergründet,
noch durch Sinne dich empfindet.

2) Aber tausend Welten zeugen,
unsichtbarer Gott und Geist,
vor dem aller Knie sich beugen,
dass du dennoch wirklich seist.
Und, um uns, in allen Werken
kann man dich, den Schöpfer, merken.

3) Alles zeiget deine Ehre,
alle Werke der Natur,
aller Kreaturen Heere,
selbst die kleinste Kreatur,
lehren, dass ein Gott sein müsse,
mehr, als aller Weisen Schlüsse.

4) Wollt ich gleich mein Heil verscherzen,
wie ein Tor, der dich entehrt,
fühl ich doch in meinem Herzen
einen Trieb, der sich empört,
fühl ich doch, dass dem Gewissen
Spott und Zweifel weichen müssen.

5) O, so sei denn ganz mein Leben,
dir zur Ehre, Gott, geweiht,
ganz mein Herze dir ergeben,
ganz mein Wandel Frömmigkeit!
kann ich gleich dich niemals schauen,
will ich dennoch dir vertrauen!

Text:
Melodie: Herr, ich habe missgehandelt