Ein Morgen ist uns aufgegangen    

1) Ein Morgen ist uns aufgegangen
aus Gottes Höhen hell und klar.
Der Heiland, der am Kreuz gehangen,
macht seine Hoheit offenbar.
Noch herrlicher ist die Verklärung,
als da er auf dem Tabor stand.
Noch wunderbarer die Gewährung,
als da ihn Magdalena fand.

2) Zum Ölberg führt er seine Treuen,
wo sie Gethsemane gesehn.
Dort will er jetzt ihr Herz erfreuen,
dort soll die Himmelfahrt geschehn.
'Ich bleibe bei euch bis ans Ende,
so lang der Lauf der Zeiten währt.
Ihr aber harret, bis ich sende
den Geist, der mich in euch verklärt.

3) Bald wird der Tröster zu euch kommen,
dann geht und predigt aller Welt.
Wer glaubet, der wird aufgenommen
und selig, wer mein Wort behält.
so sprach der Herr, und hob zum Segen
die Hände auf, und stieg empor,
und eine Wolke kam entgegen,
darinnen sich sein Fuß verlor.

4) Herr Jesu, du bist eingegangen
zum Vater in das Heiligtum.
Das Priestertum hast du empfangen,
das Reich und Evangelium.
Du trägst nun die vollkommne Krone
als König, Priester und Prophet,
wo alle Macht vom höchsten Throne
um die verklärte Menschheit steht.

5) Nun lieget unter deinen Füßen
die Sünde, Not und Sterblichkeit.
Und alle deine Feinde müssen
sich beugen deiner Herrlichkeit.
Dass Gottes Name heilig werde,
ist dir ein ewig Reich verliehn.
Weil du erhöht bist von der Erde,
so kannst du alle zu dir ziehn.

6) Gib unserm Glauben starke Flügel,
damit er zu der Arche fliegt,
die auf dem sichern Gnadenhügel
erhaben überm Abgrund liegt.
Zieh unsre Herzen recht nach oben,
wo unser Kleinod ist verwahrt.
Dann werden wir mit Freuden loben
das Wunder deiner Himmelfahrt.

Text:
Melodie: Wie groß ist des Allmächtgen Güte