Gott, der du Berg und Hügel    

1) Gott, der du Berg und Hügel
selbst festgesetzet hast,
worin du als im Spiegel
mir armem Erdengast
zeigst deine Gütigkeit,
du Schöpfer aller Dinge:
hör, was ich jetzo singe;
mein Herz ist dir geweiht.

2) Nun will ich wieder gehen
in meinen Arbeitsschacht,
wozu du mich ersehen,
eh ich ans Licht gebracht.
Ich will von Herzen gern,
solang die Kräfte grünen,
dir, mein Gott, treulich dienen.
Sei mir, o Herr, nicht fern.

3) Vergib mir meine Sünden,
die ich bisher getan,
und lass mich Gnade finden,
schau Christi Wunden an.
Ach, schenk mir deinen Geist,
damit ich deinen Willen
mag jederzeit erfüllen
so, wie dein Wort mich heißt.

4) O Herr, wenn ich einfahre,
gib, dass mein Herz bedenkt,
wie bald man von der Bahre
mich so ins Grab versenkt,
bis du, mein Lebensfürst,
einst meines Leibes Glieder
aus dunklen Grüften wieder
zu Tage führen wirst.

5) Wenn ich mein Werk beginne
bei meiner Arbeitsschicht,
so lenke Herz und Sinne
auf deines Wortes Licht.
Lass mich so Tag als Nacht
nach solchen Schätzen graben,
die nichts vom Eitlen haben,
das Sorg und Kummer macht.

6) Herr, segne die Gewerken
und gin Gedeihen hier,
lass deine Kraft mich stärken
zur Arbeit für und für.
Veredle Gäng und Kluft
durch deinen milden Segen
mit fündigem Vermögen
in jeder Fahrt und Gruft.

7) Lass deiner Engel Scharen
stets meine Wächter sein,
die mich, dein Kind, bewahren,
wenn ich fahr an und ein.
Lass keine Fahrt eingehn,
lass keinen Bau einbrechen,
hilf, dass in allen Zechen
wir deinen Segen sehn.

8) Zuletzt lass mich stets denken
an jene Himmelsstadt,
wo man ohn Sorg und Kränken
dich selbst und alles hat.
Da brauch ich weiter nicht
nach eitlen Schätzen graben,
da werd ich alles haben,
was mir allhier gebricht.

Text: (1698)
Melodie: Aus meines Herzens Grunde

Das Lied "Gott, der du Berg und Hügel" ist in 1 Liederbüchern enthalten:

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