1) Gott, dich beschränkt kein Maß der Zeiten!
Du bist, du warst seit Ewigkeiten,
wie Tage sind dir tausend' Jahr'!
Du bist und bleibst! Der Fels verwittert,
der Strom versiegt, die Zeder splittert,
doch du, Herr, bist unwandelbar.
2) Dein Wille kennet keine Reue,
unwandelbar ist deine Treue,
du liebest unveränderlich.
Zum Glück bestimmt leb ich hienieden,
mein Los ward mir von dir beschieden,
du sorgtest, eh ich war, für mich.
3) O Wort des Lebens, Trost der Seele!
Du bleibst mein Gott, auch wenn ich fehle,
wie du es warst von Anbeginn!
Auch bei dem Drucke bittrer Leiden,
wie im Genusse süßer Freuden
entdecket sich dein Vatersinn.
4) Sollt auch ein Unfall, mich zu beugen,
den letzten Freund von mir verscheuchen -
selbst den Verlust ersetzt du mir,
du, dessen Liebe nie erkaltet!
Ob Erd' und Himmel schon veraltet!
Den treuesten Freund find ich in dir.
5) Nichts, nichts soll mich je von dir trennen,
kein Schmerz den Mut mir rauben können!
Gott, was mich trifft, ist dir bekannt.
Mag in ein Nichts die Welt versinken,
mag auch der Todesengel winken,
ich fall in deine Vaterhand.
