Gott richtet immerdar auf Erden    

1) Gott richtet immerdar auf Erden,
sein Auge schläft und schlummert nicht.
Gerecht wird er erfunden werden,
auch wenn der Mensch ihm widerspricht.
Die Welt von Anfang zeigt es klar,
dass Gott ist Richter immerdar.

2) Die böse Saat bringt böse Früchte.
Saat auf den Geist wird Heil empfahn.
folg nicht dem lockenden Gesichte
der Sündern, die sich schmeichelnd nahn.
Die Lust entflieht, mit ihrer Frucht
reift für den Tod die Sündenfrucht.

3) Erziehst du sorglos deine Kinder,
vereitelst du ihr Herz schon früh,
so ziehst du für die Erde Sünder
und tötest für den Himmel sie
und büßest selbst früh oder spät,
was Geiz und Leichtsinn ausgesät.

4) Streckst du nach Ehr' und goldnem Glanze
trugvolle Hände gierig aus.
Verderbest du der Unschuld Pflanze,
befleckest Seele, Amt und Haus,
dann hast du hier schon Seelenqual,
die deutet auf das Todestal.

5) Lebst du in Scheelsucht, Groll und Hader,
so ist's ein Mord dir im Gebein.
Alsdann wird dir in keiner Ader
ein Tropfen frohen Blutes sein.
Gott selber legt auf dich die Last:
'Verdammlich ist, wer Brüder hasst!'

6) Verträumst du deine edlen Tage
mit eitlem Werk und schnödem Scherz,
so sei gewiss, dass Pein und Klage
dir immer tiefer gehn durchs Herz.
Kein Baum, der nur mit Blättern prangt,
die Frucht ist's, was der Herr verlangt.

7) Sprich nicht: "Es hat nichts zu bedeuten,
ich tu, was Tausenden gefällt."
du wirst ja nicht von schwachen Leuten
gerichtet, nein, - vom Herrn der Welt!
Der Sünde schont er ewig nicht,
nach seinem Wort geht das Gericht.

8) Gott folget dir auf jedem Schritte,
er sprenget Riegel auf und Tor.
Und auch der Lauheit matte Tritte
bringt strafend er ans Licht hervor.
Vor ihm hüllt uns kein Dunkel ein,
ihn täuschet nicht der fromme Schein.

9) Gott richtet recht! Drum fleh, o Seele,
bußfertig ihn aus voller Brust.
Herr, wer kann merken seine Fehle?
Bekehr mich von der Sündenlust.
Vergib und stell durch deinen Sohn
mich einst gerecht vor deinen Thron!

Text:
Melodie: Aus Gnaden soll ich selig werden