Gott, wie verklärst du dich    

1) Gott, wie verklärst du dich! Wie glänzen deine Spuren!
Wie schmückest du den Wald, des Tales Rosenspuren!
Wie glänzt der frisch-betaute Raum!
Und doch ist dieser Glanz von dir der Schatten kaum.

2) Gott, wie verklärst du dich! Vom fröhlichen Getümmel
der lebenden Natur ertönen Erd' und Himmel,
und ihr Jubel Harmonie
erreicht doch deine Lieb' und deine Größe nie.

3) Du füllest Meer und Land, zu unsers Lebens Reise
tränkst du mit Wollust uns, und labest uns mit Speise.
Du senkest in des Menschen Brust
den ewig schwangren Keim von tausendfacher Lust.

4) Gott, wie verklärst du dich in ihm, in deinem Bilde!
Von seiner Stirn herab denkt Weisheit, lächelt Milde.
Auf seinen Lippen wohnt Verstand,
im hellen Aug' Entschluss, Vollziehung in der Hand.

5) Und du, sein Abglanz, Geist, in dir, aus seiner Fülle,
vermählte zur Vernunft sich fesselfreier Wille.
Aus deiner wesentlichen Kraft
erwuchs zum Wohl der Welt so Tat, als Wissenschaft.

6) Unendlicher! Bist du, wo wir im Staub dich ehren,
so Herrlich schon, wie wirst du dich dereinst verklären,
wenn der vernützte Zeug' der Welt
der Schönheit Urgestalt aus deiner Hand erhält.

7) Und alle Geister sich zu deinem Throne sammeln,
und Ewigkeiten lang dir ihr Entzücken sammeln,
und, wo nur hin dein Schimmer wallt,
im ganzen Schöpfungs-All kein Klageton erschallt!

Text:
Melodie: Unbekannt