König, dessen Majestät über Erd und Himmel    

1) König, dessen Majestät
Über Erd' und Himmel steiget,
dessen Herrschaft nie vergeht,
du bleibst deiner Braut geneiget,
und ihr Glaube sieht dich schon,
Menschensohn.

2) Der du warst, und der du bist,
du wirst zum Gerichte kommen.
Herr des Lebens Jesu Christ,
Ttrost und Hoffnung derer Frommen,
deiner großen Zukunft Schein
nimmt uns ein.

3) Hochgelobter Menschensohn,
Herr der größten Herrlichkeiten!
Sieht die Hoffnung deinen Thron
noch im Dunkeln, nur von Weitem:
wird die Braut doch durch die Pracht
froh gemacht.

4) Doch, was wird es dann erst sein,
wenn du einst mit deinen Scharen,
uns zum Trost, dem Feind zur Pein,
im Triumph herab wirst fahren,
wenn erst alles dir zu Fuß
fallen muss.

5) Prächt'ger Anblick, dich zu sehn,
und nach allmachtsvollem Scheiden
dir als Braut zur Rechten stehn,
wenn des eisern Zepters Weiden
alle Böcke dieser Welt
schreckt und fällt.

6) Dein sonst schreckliches Gericht
wird den Deinen tröstlich werden.
Denn hier ist kein Kläger nicht,
nicht im Himmel, nicht auf Erden.
Unsre Schuld liegt, o Panier!
Hinter dir.

7) Deine Unschuld, die uns schmückt,
wird der Kläger derer Bösen.
Wir sind dem Gericht entrückt
durch dein gütiges Erlösen.
Du sprichst für dein Eigentum,
dir zum Ruhm.

8) Dann sieht man den Glanz der Braut,
der hier so gering geschienen.
Sie wird dir, dem Mann, vertraut.
Dir und ihr muss alles dienen.
Welch ein Vorzug wird dies sein,
nach der Pein.

9) Kurzes Harren wird gekrönt,
und die Braut, die sich bei Zeiten
nur nach deinem Wink gewöhnt,
nimmt Besitz der Herrlichkeiten.
Nun wird, was verheißen war,
offenbar.

10) O ein süßes: Kommet her!
O, ein fürchterliches: Gehet!
Bringt dem König Lob und Ehr!
Auf, ihr Zioniten, sehet,
wie das Teil, das ihr erwählt,
euch nicht fehlt.

11) Sollen wir gesegnet sein
und der Fluch die Feinde töten,
dürfen vor der Zukunft Schein
wir wahrhaftig nicht erröten.
Jesu, ziehe Aug' und Sinn
stets dahin.

12) Uns ist Thron und Reich bereit
von dem Anbeginn der Zeiten.
Da die Glut der Ewigkeit
denen, die hier mit dir streiten,
deren Herrschaft untergeht,
fertig steht.

13) Unser Sehnen, das du stillst,
wird von dir so angesehen,
als wär alles, wie du willst,
auf's Vollkommenste geschehen.
Alles siehst du als getan
gnädig an.

14) Wer hingegen bei der Kraft,
die du keinem willst versagen,
nicht sein Heil mit Zittern schafft,
den wird das vereinst verklagen,
was er dir zu tun versäumt
und verträumt.

15) König, deine Liebestreu
wird wahrhaftig nichts vergessen.
Haupt, du stehst den Gliedern bei.
Du wirst mit dem Maße messen,
das dem Kleinsten deiner Schar
hilfreich war.

16) O wohl uns, die du erwählt,
ob uns Hunger, Not und Banden,
oder sonst was hier noch quält.
Du wirst, wenn wir auferstanden,
alles, als dir selbst geschehn,
einst ansehn.

17) Hochgelobter Menschensohn!
Der du uns als Bruder liebest,
und des Vaters Reich zum Lohn,
zum beschiednen Erbteil gibest.
Nimm mein Herz, nimm was ich bin,
ewig hin.

18) Jesu, mache mich bereit,
deiner Zukunft zu begegnen.
Bis einst deine Herrlichkeit
mich wird, dir zu Preise, segnen.
Ewig, ewig wohl ist mir.
Lob sei dir!

Text:
Melodie: Unbekannt