Christliche Liederdatenbank    

Mein Gott, bei dir ist alle Fülle

1) Mein Gott, bei dir ist alle Fülle,
bei mir ist lauter Dürftigkeit.
In dir ist meine Seele stille,
in mir empfind ich Herzeleid,
in mir bin ich dem Ärmsten gleich,
in dir hab ich ein Himmelreich.

2) Du siehest alles, was mir fehlet,
du siehst es und es jammert dich;
eh man dir noch die Not erzählet,
erbarmst du dich schon über mich.
Du hörest, Vater, eh' wir schrei'n;
wie sollt ich dir nicht stille sein?

3) Dir überlass ich meine Sachen,
in deinem Willen will ich ruh'n;
du kannst mich voller Segen machen,
du kannst, du willst, du wirst es tun.
Dein teures Wort verheißt mir dies:
was du versprichst, erfolgt gewiss.

4) Wer dir nicht traut, wer dir nicht glaubet,
ist deines Segens auch nicht wert;
dieweil er dir die Ehre raubet
und deiner Wahrheit Ruhm verkehrt.
Du bist wahrhaftig, du bist treu;
hilf, dass ich ohne Zweifel sei.

5) Kannst du die Deinen wohl verlassen,
die Tag und Nacht um Hülfe schrei'n?
so wenig du dich selbst kannst hassen,
so wenig kann dies möglich sein.
Ich bin dein Kind, drum glaub ich fest,
dass deine Treu mich nicht verlässt.

6) Sollt ich mich wohl darüber grämen,
dass man mir noch nicht kund getan,
wie meine Not ein Ende nehmen
und mir geholfen werden kann?
Dies macht mir gar nicht angst und heiß,
genug, dass dies mein Vater weiß.

7) Ja, Vater, du hast tausend Wege
zu meiner Ruh' schon vorbedacht.
Eh' ich verschmachte, wird zur Pflege
von Raben mir die Kost gebracht;
ja, wär' dies nicht, so schickest du
mir, wie Elia, Engel zu.

8) Sorgst du doch für viel tausend Dinge,
bloß weil sie· dein' Geschöpfe sind.
Sind diese dir nicht zu geringe,
viel weniger bin ich's, dein Kind.
Sorgst du für sie so mildiglich,
so sorgst du ja vielmehr für mich.

9) Mich liebst du, Vater, mit der Liebe,
womit du deinen Sohn geliebt;
dies macht, ist alles noch so trübe,
mein Herze dennoch unbetrübt.
An deiner Liebe treff ich an,
was alle Welt nicht geben kann.

10) So geh es demnach, wie es gehe,
ich halte still und ruh in dir.
Ich sitz, ich geh, ich lieg, ich stehe,
so wachst du immer über mir.
Drum denk ich, drückt mich gleich das Joch:
lebt doch mein Gott und Vater noch.

Text: Unbekannt
Melodie: Unbekannt

Den Liedtext und Noten findet man in folgenden Liederbüchern:

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