Nun sinkt die Sonne wieder    

1) Nun sinkt die Sonne wieder,
so sanft und ruhig nieder
bei kühlem Abendtau.
Des Lebens Töne schweigen,
da sich zur Ruhe neigen
Berg, Talesflur und Blumen-Au.

2) Am Morgenhimmel strebet
der Mond empor und schwebet
daher in wilder Pracht,
und hier und da schon blinket
ein heller Stern und winket
zu süßer Ruh' in stiller Nacht.

3) Mein Gott, mein Herr und Hüter,
du Geber aller Güter,
du Spender aller Ruh',
hier steh auch ich und schweige,
o sieh auf mich und neige
dich huldreich meinem Herzen zu.

4) Ich will mit stillem Beten
in Demut vor dich treten,
Herr, vor dein Angesicht.
Ob auch so manche Sünden
mir deinen Zorn verkünden,
ich traue dir und zage nicht.

5) Du hast an diesem Tage
vor mancher Not und Plage
gar freundlich mich beschützt,
du gabst mir lauter Segen
und hast auf meinen Wegen
mit Rat und Kraft mich unterstützt.

6) Oft hab ich wohl gewanket
und dir nicht recht gedanket
für deine Treu und Huld.
Du hattest stets Erbarmen
und trugst mich Schwachen, Armen,
mit Vaterlieb' und mit Geduld.

7) O du, mein Gott und Vater,
mein freundlichster Berater,
nimm nun mein Loblied an
und lass in Nacht verschwinden
die Strafen aller Sünden,
die ich an diesem Tag getan.

8) Wie dort des Mondes Klarheit,
so leuchte deine Wahrheit
in Herz und Sinn herein,
und wie die Sternlein funkeln,
so tröste mich im Dunkeln,
Herr, deiner Gnade milder Schein.

9) So lass mich frei von Sorgen,
beschirmt durch dich, den Morgen
in neuer Schöne sehn,
und einst nach schönerm Schlummer,
entrückt des Lebens Kummer,
zum ew'gen Morgen auferstehn.

Text:
Melodie: Nun ruhen alle Wälder