1) So lange diese Welt wird stehen,
so lange Gottes Sonne scheint,
wirst du mit deinen Augen sehen
wie gut und freundlich Er es meint.
Es ändert sich wohl Stund' und Zeit,
doch nimmer Gottes Gütigkeit.
2) "Es soll nicht enden Frost und Hitze,
nicht Saat und Ernte, Tag und Nacht!"
so sprach der Herr vom höchsten Sitze,
der über alles Leben wacht.
Er lässt sein segensreiches Wort
zur Erde kommen fort und fort.
3) O, welchen Reichtum deiner Milde
streust du mit vollen Händen aus!
Mit Gold und Purpur das Gefilde
bedeckt wie eines Königs Haus!
Wie lieblich zeugt die edle Frucht,
dass du die Erde heimgesucht!
4) Was hat der Mensch, dir zu vergelten?
Was hat er dir zuvor getan?
O Herr und Vater aller Welten,
wir beugen uns und beten an,
und jede Gab' aus deiner Hand
sei uns ein heilig' Lebenspfand!
5) Bald nehmen wir mit allen Früchten
den letzten Schmuck des Jahrs herab.
Bald werden wir in's Innre flüchten
mit allem, was dein Segen gab.
Der Tag nimmt ab, die Sonn' entweicht,
bald ist des Jahres Ziel erreicht.
6) O Herr, wenn unsre Tage schwinden,
wenn einst die trübe Zeit bricht ein,
dann lass uns Frucht im Innern finden,
lass unsern Herbst gesegnet sein.
Dann sei durch deine Gütigkeit
die letzte Zeit die schönste Zeit!