So wie du bist, so warst du schon    

1) So wie du bist, so warst du schon,
Gott, ehe du von deinem Thron
Geschöpfe, die nicht waren,
beriefst zu sein, und deine Macht
und Güte zu erfahren!

2) Du wirst auch sein, so wie du bist,
wenn längst die Erde nicht mehr ist,
wenn längst schon Eitelkeiten
uns Kämpfer krönen, die wir hier
um deinen Himmel streiten!

3) Von Ewigkeit zu Ewigkeit
kann deines Seins Unendlichkeit
sich selbst nicht ungleich werden:
bedarf auch nie, sich gleich zu sein,
der Himmel und der Erden!

4) Gott, mit dir unveränderlich
wird auch das Wort der Wahrheit sich
beschützen und erhalten,
wenn alle Welten, die du schufst,
wie ein Gewand veralten!

5) Ob Felsen weichen, Berg ins Tal
sich stürzen, dass von ihrem Fall
die Erde weit erzittert,
bleibt deiner Liebe Bund mit mir
doch ewig unerschüttert!

6) Was zagt denn meine Seel in mir?
Was klag ich ängstlich, dass ich hier
kein dauernd' Gut genieße,
und dass in Unbeständigkeit
dies Leben mir verfließe?

7) Was klag ich, der dein Wort noch hat
den Trost, dass meine Missetat
mich einst gewiss nicht richte,
und dass mein Erbteil ewig sei
vor deinem Angesichte?

8) Was klag ich? Liebest du mich doch
mit aller deiner Liebe noch,
und willst mich ewig lieben!
Hast selber meinen Namen dir
in deine Hand geschrieben!

9) Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein!
Und ewig, ewig wird er's sein!
Von ihm kann nichts mich scheiden!
Die Welt vergeht mit ihrer Lust:
nicht Gott und seine Freuden!

Text:
Melodie: In dich hab ich gehoffet, Herr