Wer sich dünken lässt er stehet    

1) Wer sich dünken lässt, er stehet,
sehe zu, dass er nicht fall;
es umschleicht ihn, wo er gehet,
der Versucher überall.

2) Sicherheit hat viel betrogen.
Schlafsucht tut dem Geist nicht gut;
wen sie täuschend überwogen,
der verlieret Kraft und Mut.

3) Falsche Freiheit bringt Verderben,
Knechtschaft ist ihr sichrer Lohn;
wahre Freiheit zu erwerben,
flehe stets zu Gottes Sohn.

4) Unser Feind ist stets in Waffen,
nie kommt ihn der Schlummer an;
wirst im Eifer du erschlaffen,
o, so ist's um dich getan!

5) Wohl dem, der mit Wachen, Flehen
wandelt auf der schmalen Bahn!
Der wird ewiglich bestehen,
wenn der Arge stürmt heran.

6) O Du Hüter Deiner Kinder,
der Du schlummerst nicht noch schläfst,
mache mich zum Überwinder;
weh, wenn Du mich schlafend träfst!

7) Sei Du Wecker meiner Sinnen,
lass mich stündlich wachsam sein,
dass ich, wenn ich muss von hinnen,
wachend geh zum Himmel ein!

Text:
Melodie: (1741)

Das Lied "Wer sich dünken lässt er stehet" ist in folgenden Liederbüchern enthalten:

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