Zu Gott, o Seele, schwing dich auf    

1) Zu Gott, o Seele, schwing dich auf
und werde Dank und Wonne!
Er, der voll Huld der Wolken Lauf,
den Gang der milden Sonne,
er, der die ganze Schöpfung lenkt,
auf jedem Tritt uns Freuden schenkt,
Gott ist allgegenwärtig.

2) Wenn, betend in der Einsamkeit,
mein Geist zu ihm sich hebet,
im Vorgenuss der Seligkeit
hier seinem Gott nur lebet.
Dann sieht des Höchsten Vaterblick
mit Wohlgefallen dies mein Glück.
Er sieht's allgegenwärtig.

3) Wenn ich, zu tun, was ihm gefällt,
den frommen Vorsatz fasse.
Wenn ich die Eitelkeit der Welt
und jede Sünde hasse.
Dann mangelt mir nie Licht und Kraft,
denn er, der das Vermögen schafft,
Gott ist allgegenwärtig.

4) Wenn er mir heitre Tage gibt
durch dieses Lebens Freuden
und wenn er meine Tugend übt
durch Prüfungen und Leiden,
so trau ich ihm und zage nicht.
Denn er kennt Finsternis und Licht,
er ist allgegenwärtig.

5) Wenn einst mein Auge sterbend bricht,
wenn jeder Sinn mir schwindet,
und meine bange Seele nicht
der Freundschaft Trost empfindet.
Wenn nichts mehr mich erfreuen kann,
o Gott, mein Vater, auch alsdann
bin ich dir gegenwärtig.

6) Führt mich der Tod zu dir hinauf,
zu deines Himmels Freuden.
Beginn ich meinen höhern Lauf
nun ewig frei von Leiden,
dann seh ich dich, der alles lenkt,
hier Trost und dort mir Wonne schenkt
auf Dauer gegenwärtig.

Text:
Melodie: Lob, Preis und Ehre bringen wir