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Predigten zu 1. Könige 5,4

"Nun aber hat der HERR, mein Gott, mir Ruhe geschafft ringsum; da ist kein Widersacher mehr und kein schlimmes Begegnis."

Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Nun hat mir der HErr, mein Gott, Ruhe gegeben umher

Gott allein gibt Ruhe. Wenn Er uns auf allen Seiten mit seiner väterlichen Sorgfalt umgibt, so sind unsere Herzen so wohl verwahrt, wie jene Städte der Niederlande im Kriege, die dem Feinde ganz unzugänglich waren, weil die See, durch geheime Schleusen eingelassen, sie überall umgab, – kein Widersacher, kein Übel darf uns nahen, „Er erhält uns stets Frieden, nach gewisser Zusage; denn wir verlassen uns auf Ihn.“ In der Felsenkluft geborgen, Sicher vor des Sturms Gebraus, Still und froh und ohne Sorgen Ruh ich nun auf ewig aus.

Kennst du diese Ruhe, da Gott dich ganz umgibt – wie das Lichtlein der Laterne, in windiger Nacht, ruhig fortbrennt, auf allen vier Seiten geschützt durch helle Glasscheiben? – Welch ein Gegensatz zwischen dem 3. und dem 4. Vers unsers Kapitels: „Krieg ringsum – Ruhe umher!“ Und doch sind die beiden Gedanken vereinbar, weil der Krieg sich an dem Felsen des Schutzes Gottes bricht, wie die Wogen am Meeresufer, und daneben die Obstgärten, Wiesen und Weideland völlig sicher bleiben vor den zerstörenden Wassern. Aus solcher Ruhe entspringt die größte Tätigkeit. Es überrascht uns nicht, das Salomo jetzt seine Absicht ankündigt, dem Namen Jehovahs ein Haus zu bauen. Aus stillem Herzen kommen die höchsten Entschlüsse, gerade wie aus der Abgeschlossenheit ländlicher Hütten die berühmtesten Kriegshelden, Staatsmänner und Patrioten hervorgegangen sind. Die Menschen denken oft törichterweise: die tätigen, stets beweglichen Seelen seien die stärksten. Dem ist aber nicht also. Diese verbrauchen ihre Kraft, ehe der Tag der Prüfung kommt, während jene, die sich überwinden und stille warten können, dann in der entscheidenden Stunde mit der größten Tatkraft handeln können.