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Predigten zu 1. Korinther 3,21

"So rühme sich denn niemand der Menschen, denn alles ist euer."

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"... Es ist alles euer."

Auch dieses Wort ist einer von den Märtyrern der Schrift, der aus seinem Zusammenhang gerissen, in allerlei Formen gequetscht wird und unter solcher Folter gezwungen wird, wer weiss was auszusagen. Tut man dem Wort aber keinen solchen Zwang an, sondern liest Vers 21-23 durch, so merkt man, was es will. Unter der Bedingung, dass ich Christi wahres Eigentum geworden bin, dass ich in Christo geborgen und gebunden bin schließt dieses Wort wie ein Federdruck eine zentnerschwere Klosterpforte auf. Jetzt ist alles euer: Paulus oder Apollos, Goethe oder Schiller, Natur oder Kunst, Wissen oder Leben, Schönheit oder Gedanken - eigenes Werden oder Menschenliebe, oder sonst, was für weltweite Gegensätze du zu umspannen imstande bist. Denn dein in Christo-Sein schließt die Sündenliebe aus, und alles andere steht dir offen. Du darfst von edlen Menschen viel haben, du darfst für edle Zwecke schaffen, du darfst alles, seit dir der Rücken gedeckt ist in Christo, und es gibt für dich überhaupt nur eine einzige Grenze: was dich und Christus scheiden würde, was sich störend zwischen dich und Christus schieben wollte, das kannst du nicht wollen.

Meine ganze Seele, Jesus jauchzt dir zu! Seit ich dich kenne und habe, darf ich die ganze Welt, für deren Erlösung du starbst und an deren Verklärung du schaffst, auch lieb haben und ihr helfen wollen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Amen.


Autor: William MacDonald (* 07.01.1917; † 25.12.2007) US-amerikanischer Prediger der Brüdergemeinden
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"Alles ist euer."

Die unheiligen Heiligen in Korinth hatten sich über menschliche Führerpersönlichkeiten in der Versammlung gestritten. Für einige war Paulus das Ideal. Andere machten Apollos zu ihrem Favoriten. Und wieder andere meinten, dass Kephas allen anderen überlegen wäre. Paulus macht ihnen klar, dass es lächerlich ist, ihre Wahl auf einen dieser Männer zu beschränken, wenn doch alle zusammen ihnen gehören. Anstatt "Apollos gehört mir" sollten sie lieber sagen: "Paulus, Apollos und Kephas gehören alle mir."

Dieses Wort gilt uns besonders auch heute. Wir gehen in die Irre, wenn wir ausschließliche Nachfolger von Luther, Wesley, Booth, Darby oder einer anderen großen Gabe an die Versammlung werden. Alle diese Männer sind unser und wir dürfen uns in dem Maß des Lichtes erfreuen, das uns jeder von ihnen gibt. Wir sollten niemals Nachfolger irgendeines einzelnen Mannes werden.

Aber nicht nur die Diener des Herrn gehören uns. Die Welt ist unser. Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi. Eines Tages werden wir zurückkommen und mit dem Herrn Jesus über die Welt herrschen. In der Zwischenzeit wird alles hier von unbekehrten Menschen regiert, als ob die Welt ihnen gehörte. Aber es ist nicht so. Sie sind einfach Geschäftsführer dieser Welt, die sie für uns bis zu dem Tag verwalten, an dem wir sie in Besitz nehmen.

Das Leben ist unser. Das heißt nicht einfach, dass wir Leben haben; denn das haben alle Menschen. Es bedeutet vielmehr, dass wir das über die Massen überströmende Leben haben, das ewige Leben, das Leben Christi Selbst. Unser Leben ist nicht Nichtigkeit und Verdruss des Geistes; es ist sinnvoll, zielgerichtet und wunderbar lohnend.

Und der Tod ist unser. Wir sind nicht mehr das ganze Leben hindurch durch Todesfurcht der Knechtschaft unterworfen. Der Tod ist jetzt der Bote Gottes, der unsere Seelen in den Himmel bringt. Darum ist Sterben Gewinn. Und zusätzlich zu all dem gehören wir Christus, und Christus gehört Gott. Wenn ich an all das denke, werde ich an Guy Kings eigenartige Bemerkung erinnert: "Was für schwerreiche Bettler sind wir doch!"


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Viele Kinder Gottes haben die Gewißheit, daß ihnen die Sünden vergeben sind, und in gewissem Grade auch das Verlangen, Gott in ihrem Leben zu verherrlichen. Sie können sagen, daß sie aus Gnade gerettet sind, aber sie wissen nicht, daß sie Erben Gottes und Miterben des Christus sind, und sie wissen ebensowenig, daß ihnen alles gehört, das Gegenwärtige und das Zukünftige.

Die unausforschlichen Reichtümer des Herrn Jesus Christus, die im Himmel zur Vollendung und gänzlichen Entfaltung kommen werden, diese Reichtümer sollen schon jetzt dem gehören, der an Ihn glaubt. Auch der jüngste und schwächste Gläubige ist zum Besitz dieses Erbes berufen, um in seinem jetzigen Leben seinen Retter verherrlichen zu können. Die Gegenwart des Heiligen Geistes in uns sichert uns die sofortige Nutznießung dieses geistlichen Erbes, das über alle Begriffe, über alles Bitten und Verstehen geht, denn Er macht uns zu Kindern, zu Erben Gottes und Miterben des Christus (Römer 8,17).

Müssen wir nicht bekennen, daß unser Christenleben armselig ist, und eingestehen, daß wir nicht wie Erben leben? «Alles gehört euch; ihr aber gehört Christus an, Christus aber gehört Gott an.» Daß der Herr Jesus unser persönlicher Retter ist, das ist die Bedingung, die uns jetzt schon die Nutznießung dieses geistlichen Erbes sichert. Aber Er, der zu uns gekommen ist und den wir aufgenommen haben, möchte auch in uns ein Erbe für sich finden: unser Leben soll Ihm gehören. Dann kann Er unsere Blicke zu der verlorenen Welt hinlenken, die Er so sehr geliebt hat und die die Liebe Gottes, die alle Erkenntnis übersteigt, so notwendig braucht. Diese Liebe ist der Schlüssel, der das Schloß des Menschenherzens aufschließt. Darum wollen wir doch den Entschluß fassen, uns ganz von Christus in Besitz nehmen zu lassen. Wir wollen Ihn bitten, uns mit Seiner Liebe zu erfüllen und uns die Menschen entdecken zu lassen, welche in der weiten Welt diese Liebe brauchen. Wir wollen uns verpflichten, unseren Teil dazu beizutragen, daß beunruhigte Herzen Frieden mit Gott finden. Dann werden wir erleben, daß alles uns gehört, daß die Welt uns gehört, und daß wir Christus angehören!