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Predigten zu 1. Petrus 2,19

"Denn dies ist wohlgefällig, wenn jemand um des Gewissens vor Gott willen Beschwerden erträgt, indem er ungerecht leidet."

Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht."

In einer Predigt zum 15. Sonntag nach Trinitatis sagt Luther: "Es heißt durchaus Gott gedient, wenn man das tut, was Gott befohlen hat, und das unterlässt, was Gott verboten hat. Und möchte also die ganze Welt voll Gottesdienst sein, nicht allein in den Kirchen, sondern auch im Hause, in der Küche, im Keller, in der Werkstatt, auf dem Feld, bei Bürgern, bei. Bauern, wenn wir uns nur recht wollten drein schicken. Denn gewiss ist es, dass Gott nicht allein das Kirchen- und Weltregiment, sondern auch das Hausregiment geordnet hat. Darum, wer dazu beiträgt - Vater und Mutter erstlich, danach die Kinder und letztlich das Gesinde und die Nachbarn -, alle miteinander dienen sie Gott; denn es ist Sein Wille und Befehl. Also könnte ein Mensch bei aller seiner Mühe und Arbeit fröhlich und guter Dinge sein, und würde ihm nichts sauer werden, wenn er sich also in seinen Dienst und Beruf schickte. Aber da wehrt der Teufel mit Händen und Füßen, dass man zu der Freude nicht komme, sondern jedermann einen Unwillen habe an dem, was er tun soll und ihm befohlen ist, dass nur den Leuten keine Liebe dazu geschehe und Gott kein Dienst." Soweit Luther.

Wir brauchen jetzt ein williges Herz und geistliche Augen, Glaube und Liebe und Lust an Gottes Gesetz - geistliche Augen, damit ein jeder in seinem Stand und Beruf Gott sieht, Gottes Gebot und Willen erblickt und nicht bei dem eigenen Ansehen des Werkes stehenbleibt. Zum anderen ist hier oft auch eine unermüdliche Geduld erforderlich, wenn der Teufel unsere Verhältnisse recht bitter und widrig macht. O, welche Gnade ist es dann, die Liebe zu Gott zu haben, wodurch unser Missbehagen in Seinem Wohlwollen ertränkt werden kann, so dass wir nur wegen Seines Willens leiden und mit Geduld aushalten! Der Apostel Petrus sagt: "Ihr Knechte, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen, zumal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen." Ihr Dienenden und Kinder, beachtet die Worte "nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen!" Beachte die Worte: "Um des Gewissens willen zu Gott - das Übel verträgt und leidet das Unrecht. - Das ist Gnade bei Gott. Dazu seid ihr berufen, zumal auch Christus für uns gelitten hat."

Das ist Gnade, wenn ein Kind, das an den Heiland glaubt, die Abgeneigtheit gottloser Eltern und Geschwister demütig, geduldig und unermüdlich "um des Gewissens willen zu Gott" erduldet und sich weder zu ungebührlicher Gegenantwort auflehnt, nicht in Sorge und Wehmut verzweifelt und auch nicht zur Welt zurückkehrt, sondern - auf den Herrn harrend - leidet und Geduld hat, seinen Trost, seinen Freund und seine Zuflucht im Herrn allein habend. Das ist Gnade bei Gott.

Das ist Gnade, wenn ein gläubiger Christ, der eine gottlose und beschwerliche Gattin hat, "um des Gewissens willen zu Gott" geduldig seine Trübsal erträgt, das Unrecht leidet, Liebe beweist und seiner Gattin mit einem unausgesetzten Vergeben dient.

Das ist Gnade, wenn fromme Eltern, die gottlose und entartete Kinder haben, mit unermüdlicher Geduld, Festigkeit und Liebe an deren Erziehung arbeiten, sie ermahnen und strafen, ihnen vergeben, sie zuerst und zuletzt im Gebet Gott befehlen.

Das ist Gnade, wenn ein gläubiger Lehrer, der ein undankbares Arbeitsfeld hat, dennoch mit Liebe arbeitet, Geduld hat und nicht müde wird, eifrig und liebevoll, öffentlich und privat, zur Zeit und zur Unzeit anhält, straft, züchtigt, mit aller Sanftmut und Unterweisung ermahnt und für dies alles willig die Feindschaft der Welt, seiner Amtsbrüder und aller bösen Geister erduldet - in erster Linie sich selbst in Gottseligkeit übend, um sein eigenes Gnadenleben zu unterhalten.

Das ist Gnade, wenn ein frommer Student mit Geduld den Spott und Hohn seiner gottlosen Kameraden erduldet, sich von der Welt unbefleckt hält und sich um Christi willen gern für einen Toren halten lässt, Ihm gerne seine Kräfte opfert und nur um seines Berufes willen und aus Pflicht heidnische Schriftsteller, Historien und andere Wissenschaften studiert, die himmlische Weisheit aber zum Lieblingsgegenstand hat.

Das ist Gnade, wenn ein frommer Handwerker "um seines Gewissens willen zu Gott" in seinem Handwerk redlich und treu ist, lieber Armut und Verlust leidet, als dass er sich der Kunstgriffe und des Betruges bedienen würde, durch den seine Konkurrenten im Geschäft sich Gewinn machen.

Seht, in dieser Weise hat ein jeder in seinem Stand seine Prüfungen und Schwierigkeiten. Hier sind nun Geduld, geistliche Augen und Herzen erforderlich, um Gottes Wohlgefallen sowohl zu sehen als auch zu lieben, fest und unerschütterlich, treu und fleißig im eigenen Beruf zu bleiben, in dieser Weise dem Nächsten zu dienen und dadurch Gottes Willen zu tun. Das ist Gnade bei Gott und der rechte Weg für unseren Lebenswandel.

Jesu, geh voran Auf der Lebensbahn; Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; Führ' uns an der Hand Bis ins Vaterland.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Eine Möglichkeit: Das Richtige meinen und das Falsche tun

Es gibt Bereiche in unserem Leben, in denen wir in dem Bemühen, das Richtige zu tun, das Falsche machen – so sehr falsch, dass es zu geistlicher Deformierung führt. Um einige Sachen beim Namen zu nennen: Wenn wir in unserem Entschluss, entschieden zu sein, versteinern! Mut und Sanftmut sind kompatible Eigenschaften. Beide kann man in vollkommenem Maße in Christus finden, selbst im Konflikt mit Seinen Feinden. Wenn wir offen sein wollen, werden wir grob! Aufrichtigkeit ohne Grobheit finden wir überall bei dem Menschen Christus Jesus. Der Christ, der sich rühmt, er nenne einen Spaten einen Spaten, steht in Gefahr, schließlich alles einen Spaten zu nennen. Wenn wir wachsam sein wollen, werden wir misstrauisch! Weil es so viele Feinde gibt, besteht die Versuchung, auch da Feinde zu sehen, wo keine sind, oder einen feindseligen Geist gegenüber allen zu entwickeln, die nicht unserer Meinung sind. Wenn wir versuchen, ernst zu sein, werden wir zu Sauertöpfen! Schwermut ist ein Charakterfehler und darf niemals mit Gottseligkeit verwechselt werden. Freude ist ein wunderbares Heilmittel für das Herz. Wenn wir gewissenhaft sein wollen, werden wir überängstlich! Wenn es dem Teufel nicht gelingt, das Gewissen zu zerstören, wird er alles daransetzen, es krank zu machen. Ich kenne Christen, die in einem Zustand ständigen Kummers leben, weil sie fürchten, Gott missfallen zu haben. Sie glauben, diese Selbstquälerei sei der Beweis ihrer Gottesfurcht. Wie irren sie sich!


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduIdet, das ist Gnade bei Gott.

Petrus ermahnt die Knechte, das heißt die Leibeigenen, den Herren mit aller Furcht untertan zu sein und zwar nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Der Apostel macht keinen Versuch, soziale Verhältnisse von außen her, mit Gewalt zu ändern, sondern er will, dass der Christ auch in den schwierigsten Verhältnissen Gott verherrliche, durch Demut, Geduld und Leidenswilligkeit, so dass die nicht leichte Stellung eines christlichen Sklaven verklärt wurde durch die Leidensgemeinschaft mit Christo, indem er, wo es nötig war, duldete, wie sein Heiland. Dieser echt himmlische Sinn ist in der heutigen Zeit sehr verschwunden. Unser Geschlecht redet zu sehr nur von Rechten; von Pflichten will es nicht mehr viel wissen. Der Zeitgeist ist ein eigentlicher Feind vom Untertansein, von der Selbstverleugnung, vom Leiden um des Gewissens willen. Selbstherrlichkeit der Menschen ist jetzt das Losungswort, und der törichteste Mensch verlangt nicht selten so viel Einfluss, als der weiseste. Dieser Geist ist schnurstracks das Gegenteil vom Geist Jesu Christi, von dem Petrus redet, wenn er sagt: das ist Gnade, wenn jemand um des Gewissens willen, um Wohltat willen das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Leiden um des Gewissens willen vor Gott, heißt leiden, sich dieses und jenes gefallen lassen, um ein unverletztes, ruhiges Gewissen zu bewahren. Aufbegehren und Ungeduld gibt kein gutes Gewissen, sondern ist ein Zeichen innerer Unruhe. Wandelst und arbeitest du vor Gott und musst dann leiden, so tröste dich damit, dass du in den Fußstapfen deines Heilandes stehst. Wer das tut, beweist, dass er Gnade von Gott empfangen hat, die ihm Kraft gibt zu dulden. Durch Leiden gehen wir zur Herrlichkeit; das ist Nachfolge Jesu. Sehen wir aber zu, dass wir nicht um Missetat willen leiden.

O Gott! Gib mir Gnade, Dich auch durch Unrechtleiden zu verherrlichen. Herr Jesu! Ziehe mich hinein in die Gemeinschaft Deiner Leiden. Amen