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Predigten zu 2. Könige 5,9

"Und Naaman kam mit seinen Rossen und mit seinen Wagen, und hielt am Eingang des Hauses Elisas."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Das war ein wunderlicher Anblick! Der arme Prophet Elisa wohnte ganz gewiß in einer armseligen Behausung. Und vor diesem armen Haus hielt nun der Feldmarschall Naeman mit allem Prunk, mit Rossen und Wagen. Zwei Welten begegneten sich hier: die elende Welt der Armut und die herrliche Welt des Reichtums.

So sah es wenigstens aus. In Wirklichkeit war es sehr anders. Der gesegnete Erweckungsprediger im Ravensberger Land, Hinrich Volkening, hielt einmal eine gewaltige Predigt. In der sprach er 1) über die elende Herrlichkeit der Kinder dieser Welt, 2) über das herrliche Elend der Kinder Gottes. Ja, es war eine elende Herrlichkeit , die da vor dem Hause Elisas hielt. Wer sich von den Rossen und Wagen nicht blenden ließ, der sah: Dieser Naeman war aussätzig. Oh, es läuft manches Menschenkind durch die Welt, tut so sicher und großartig; aber das Gewissen ist befleckt und voll Unruhe. Mancherlei dunkle Dinge quälen im Verborgenen. Der Aussatz der Sünde, der Lüste, der Ichsucht frißt im Lebensmark. Das Herz ist ferne von Gott und trostlos in seiner Finsternis. Und es herrschte ein herrliches Elend dort in der armen Hütte des Elisa. Wenn es im 84. Psalm heißt: „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth", dann war des Elisa Wohnung gewiß lieblich. Denn hier regierte der Herr Zebaoth. Und wo Er ist, da ist immer Herrlichkeit — sei es äußerlich noch so arm und elend. Amen.