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Predigten zu 2. Korinther 5,15

"Und er ist für alle gestorben, auf dass die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und ist auferweckt worden."

Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Christus ist darum für alle gestorben, auf dass die, so da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist."

Diese Worte sagen uns erstens, dass wir des Verdienstes des Todes Christi teilhaftig gemacht sind, so dass sein eigener Tod auf Golgatha vor über neunzehnhundert Jahren so ganz und gar unser eigener ist, als wären wir selbst dort gewesen und hätten unseren verdienten Tod erduldet. Sie sagen uns, dass wir zu gleicher Zeit zur Nachfolge Seines Todes geweiht werden. Sobald wir Christen geworden sind, des Verdienstes Christi und aller Güter und Schätze Seines Reiches teilhaftig, sind wir zu gleicher Zeit zum Sterben der Sünde geweiht. Nun sind wir verpflichtet, sofort von unserem früheren Sündenleben, unserem früheren Dienst unter der Ungerechtigkeit Abschied zu nehmen, unter täglicher Kreuzigung des Fleisches mehr und mehr der Sünde zu sterben und Gott zu leben, gleichwie Christus durch den Kreuzestod von den Sünden, die Er getragen hatte, Abschied nahm. - Und gleichwie Christus sich Gott zu einem ewig gültigen Versöhnungsopfer hingab, so sollen wir uns nun Gott zu einem lebendigen, heiligen und Ihm wohlgefälligen Dankopfer hingeben. Und das alles darum, weil Christus für uns gestorben ist, ja, weil wir an Ihn glauben und darum in Seine Gerechtigkeit gekleidet sind, die Er in bitterem Leiden uns am Kreuz erwarb.

Vielleicht ist dir dies ein noch zu geringer Beweggrund zum ernstlichen Töten des Fleisches. Es ist dir vielleicht zu gering, dass Christus für dich gestorben ist und dass du jetzt nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade lebst und von der Sünde frei geworden bist. Vielleicht fühlst du dich wohler im Dienste der Sünde, denn dann entgehst du diesem bitteren Töten, dann brauchst du nicht So beständig dir selbst zu entsagen und Christus zum Kreuze zu folgen. Niemand zwingt dich, gegen deinen Willen Christus zu dienen, und es ist dem Fleische gemütlicher bei der Sünde. Bedenke dich wohl, sagt Jesus (Lk. 14), bevor du dich mit Mir abgibst, auf dass du nicht handelst wie der Mann, der einen Turm zu bauen anfing, die Kosten aber nicht überschlagen hatte und es darum nach der Arbeit vieler Tage und nach vieler Aufopferung anstehen lassen musste; oder wie der König, der sich in den Streit begab, die Stärke des Feindes aber nicht bedacht hatte. Die Sünde gibt dem Fleische manches Vergnügen; es wäre aber unrecht, ihren Lohn verschweigen zu wollen. "Der Tod ist der Sünde Sold."

Also müssen wir, wenn uns das gering erscheint, was Christus gibt, das diesem Entgegengesetzte bedenken, - bedenken, was es heißen will, nicht Christus anzugehören, nicht unter der Gnade, sondern unter dem Gesetz zu sein, nicht von der Sünde frei zu sein, sondern noch in der Todesstunde in seinen Sünden - ohne Mittler - unter dem Fluch des Gesetzes zu sein und im Gerichte den Lohn der Sünde zu erhalten, der der Tod ist, der ewige Tod in der tiefen Hölle. Das sind die Bedingungen der Sünde. Bedenken wir sie recht, dann wollen wir viel lieber hier eine kleine Zeit mit Christus gekreuzigt sein und der Sünde sterben, um einst auf ewig mit Ihm im Paradiese zu sein, als hier eine kleine Zeit Lust in der Sünde und später die ewige Pein und Qual zu haben. Haben wir doch schon hier durch die große Gnade, durch die Erquickung des Geistes und durch den Trost des Wortes viel mehr gewonnen als verloren und besitzen durch die Besprengung mit dem Blute Christi ein gutes Gewissen, das ein "tägliches Gastmahl" ist. Bist du einer dieser Glücklichen, der nicht nur auf Christus getauft, sondern auch erweckt worden und zum Glauben gekommen ist? Hast du die Hoffnung, dass du einer der Rechtgläubigen bist? Weißt du, dass du von der Sünde frei geworden und jetzt nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade bist, so dass nichts von all deinem dir noch anklebenden Bösen dir zugerechnet wird, das Gesetz dich nicht verdammen, Gott dir nicht zürnen wird?

Hast du nicht einen solchen Glauben und eine solche Freiheit, sondern bist du noch darum besorgt, wie du deiner Sündenschuld ledig werden und einen gnädigen Gott erhalten kannst, dann gehörst du nicht hierher, dann kannst du nicht der Sünde sterben und Gott leben, dann musst du erst zur Freiheit des Glaubens kommen. - Bist du aber durch den Glauben von deinen Sünden und dem knechtischen Sinn frei gemacht, so dass du jetzt mit Freuden weißt, wie gewaltig, hinreichend und vollkommen die Sache durch Christus vollbracht ist? Hast du geschmeckt, wie lieblich der Herr ist, hast du das Zeugnis Seines Geistes von deiner Kindschaft erfahren und hast du den Heiligen Geist in deinem Herzen? Dann muss es auch deine Lust sein, mit Christus zu sterben, mit Ihm gekreuzigt zu sein und dich ganz und gar Ihm zu ergeben. Dann musst du es als deine Pflicht erkennen, nicht mehr dein eigen zu sein, nicht mehr deinem eigenen Fleisch, deinem eigenen Gutdünken, deinem eigenen Willen, deinen eigenen Lüsten und Begierden zu folgen. Du musst in allen deinen Lebenstagen alles ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste verleugnen und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, ja, für dessen Rechnung leben, der für dich lebte und starb. "Denn Er ist darum für alle gestorben, auf dass die, so da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist."

Halt' mich wach und halt' mich nüchtern, O Herr Jesu, jede Stund, Sei Du selbst mein fester Anker Und mein sichrer Ankergrund; Lass die Sünd mit ihren Lüsten Niemals, Herr, betören mich, Denn was hilft mir alles andre, Wenn ich nicht mehr habe Dich?