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Predigten zu 2. Korinther 7,1

"Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so laßt uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes."

Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Immer weiter in der Heiligungsarbeit!

"Lasst uns von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und fortfahren in der Heiligung!"

Die großen Verheißungen in Kap. 6 sollen uns mächtig antreiben zur Heiligung. Das Mittel unserer Reinigung ist das Blut Jesu. Hat nun eine Seele eine Grundreinigung im Vertrauen auf dieses Blut erlangt, dann gilt es, sich rein zu erhalten, sich immer neu und immer völliger zu reinigen. Beim Rock eines Tünchers kommt es auf ein paar Flecken mehr nicht an, aber bei einem neuen oder eben erst gereinigten Kleid achtet man darauf. Hier ist der kleinste Flecken störend. So soll es bei geheiligten Seelen sein, die ihr inneres Kleid in Jesu Blut gewaschen haben. Auch bei Kindern Gottes wird die Seele durch Sündenflecken entstellt. Es machen sich bei ihnen noch Fleischessünden geltend, also Unreinheit und Unmässigkeit, und Geistessünden, wie Neid, Gehässigkeit, lieblose Urteile, Unlauterkeiten, Empfindlichkeit, Rechthaberei und Eigensinn. Aber es soll ein Unterschied sein zwischen ihnen und den Unbekehrten. Die letzteren lassen die Flecken und kommen immer tiefer in den Unrat hinein, die ersteren reinigen sich im Blut des Lammes. Sie sind nicht blind. Sie sehen ihre Flecken und empfinden sie als etwas Abscheuliches. Sie ruhen nicht, bis sie von ihnen befreit werden. Sie fahren fort in der Heiligung und bleiben nicht stehen. Man trifft leider nicht selten Fromme, bei denen man keinen Fortschritt wahrnimmt. Es ist immer das Alte bei ihnen. Sie bleiben auf ihren Hefen liegen und versauern allmählich. Sie lassen sich nicht von einem Fass in das andere schütten, wobei die Hefen ausgeschieden werden. Wo dies geschieht, da wird das Glaubensleben gleich dem Wein immer abgeklärter, reiner, konzentrierter und feuriger. Der Apostel Paulus blieb immer im "Laufen". Da gab's keinen Stillstand.

Es muss vorwärtsgehen in der Heiligung. Wer nicht nach der Vollkommenheit trachtet, der sinkt zurück, versumpft und stirbt ab. Man gewöhnt sich an die alten Fehler, man findet sich mit ihnen ab etwa mit der Rede: Es hat eben jeder seine schwachen Seiten. Man schleppt sie mit fort wie etwas Unvermeidliches, anstatt dass man sie ablegt, täglich ablegt, täglich sich erneuert im Geiste des Gemütes, also bis auf die Wurzeln des Seelenlebens. Es heißt wörtlich: Lasst uns die Heiligung zur Vollendung bringen! Lasst uns nicht auf halbem Weg stehenbleiben, uns nicht mit armseligem Stückwerk begnügen!

Die Gotteskraft ist da; dringe ein in sie! Der Herr Jesus wird mit allen Fehlern fertig, ganz fertig. Auch von eingerosteten alten Untugenden, von Lieblingssünden und Temperamentsfehlern macht er frei. Kämpfe nur den Jakobskampf: "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!" Ergib dich nicht in die bösen Gewohnheiten, als müsste es so sein! Tröste dich nicht mit andern, die auch nicht anders sind! Dringe im Glaubens- und Gebetskampf vorwärts! Viele laufen - aber nicht mit ganzer Entschiedenheit. Nur einer erlangt das Kleinod. Laufet also, dass ihr's ergreift!


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Lasset uns fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes."

Nicht nur beim Anfang des christlichen Lebens, sondern für den ganzen Fortgang desselben ist es von großer Wichtigkeit, die Mahnung zu befolgen: Nicht widerstreben! (s. Apg. 7,51) Denn es gilt, fortfahren in der Heiligung. Wie kleine Kinder ernährt, erzogen und geleitet werden müssen, so auch die von Gott Neugeborenen. Und der Vater hat ihnen einen unvergleichlichen Pfleger, Erzieher und Lehrer gegeben: den Heiligen Geist.

Zart und doch mächtig sind seine Triebe. Das eine Mal ist es ein Mahnen an eine Pflicht, das andere Mal ein Treiben zu einer Tat der Liebe. Häufig ist's ein Zug ins Gebet, oft aber auch ein inneres Strafen über eine Sünde. Herrlich ist es, wenn der Heilige Geist Zeugnis gibt unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind und uns ein frohes: Abba, lieber Vater! ins Herz und auf die Lippen gibt.

Wie wichtig ist es, so recht ins einer Zucht zu sein, seinen Trieben allzeit zu gehorchen, und zwar gern und schnell. Denn der Heilige Geist spricht: Heute! Selig sind schon in diesem Leben die Leute, die ihm nicht widerstreben, sondern seinen sanften Zügen folgen.

O Heiliger Geist, Du göttlicher Lehrer, Mahner und Erzieher. hilf mir treu auf Deine Winke achten und Deinen Zügen niemals zu widerstreben.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Lasset uns von aller Befleckung uns reinigen

Aus dem Schlussabschnitt des vorhergehenden Kapitels sehen wir, was diese Befleckung bedeutet. Ein ungleiches Joch, da man mit Ungläubigen sich zusammenschließt, führt zur Genossenschaft mit ihnen; daraus entsteht eine Gemeinschaft, eine Übereinstimmung, ein Zusammenhang. Der Höhepunkt dieser ganzen Reihenfolge gipfelt sich in der Hingabe des Menschen zu einer Behausung der Götzen. Hüten wir uns doch vor dem Beginn solcher schrecklichen Verbindung. Ein Stillstand in unmöglich; und solche, die wenig Gewicht legen auf die Gefahr einer Ehe mit Ungläubigen, mögen schließlich Worte vernehmen müssen, wie sie die Wächter des preisgegebenen Tempels hörten in der Nacht, bevor er dem römischen Feldherrn Titus in die Hände fiel. „Es war wie ein Rauschen von Flügeln, und eine Stimme rief: lasset uns von hinnen ziehen!“ Es gibt nicht nur eine Befleckung des Fleisches, sondern auch des Geistes. Es genügt nicht, dass wir die groben Sünden des äußeren Lebens vermeiden; was inwendig im Herzen und auf dem Gebiet der Seele gesündigt wird, ist vor der Heiligkeit Gottes ebenso abscheulich. Wir müssen uns hiervon scheiden und lossagen wie von jener, sonst werden wir niemals erfahren, was in der Verheißung eingeschlossen liegt, dass Gott uns annehmen und unser Vater sein wolle.

Das Wort reinigen lautet nach dem Grundtext sehr bestimmt, und verlangt sofortiges, entschiedenes Handeln. Entgegnest du mir, die Sünde sei zu sehr verwoben mit deinem Wesen, als dass du gänzlich mit ihr aufräumen könntest, so bedenke, dass Gott nur unseren Willen fordert sobald wir wollen und es uns ernstlich darum zu tun ist, so tritt Gott ein und handelt selbst. In der verborgensten Tiefe unsers Inwendigen arbeitet der Geist Gottes an uns; lasset uns, was Er in uns wirkt, ausführen, damit Gott uns an sein Herz ziehen kann!